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Politik

Metin Hakverdi startet mit Franz Müntefering in den Wahlkampf

“1989/90 hatten wir alle das Gefühl wir sind ein ganzes Stück weiter, die ehemalige Grenze gab es nicht mehr, man Unterschied nicht mehr nach Westen und Osten. Allgemein gab es den Eindruck, alles würde sich zum Guten wenden. Nur 15-20 Jahre später mussten wir feststellen, dem ist nicht so. Der Finanzkapitalismus erwischte uns mit einer Wucht, die uns ins Wanken brachte, Putin fand sich auf der Krim wieder, das war nicht das, was wir erwarteten.”, so Müntefering. Statt dessen kam es aus der Situation der bipolaren Welt nicht zu einer gemeinsamen, großen Welt sondern der gegenteilige Effekt trat ein, der Rückfall auf die Nation. Die einfachen Lösungen waren gefragt und die Menschen seien überfordert mit den komplexen Problemen auf der Welt. Kanzlerin Merkel sei es, die an dieser Stelle mehr Aufklärung leisten müsse, anstelle einfache Lösungen zu proklamieren.

Die eigentliche Herausforderung der Demokratie sei die Frage, wie man mit der wachsenden Bevölkerung umgehe. Zu Christis Geburt habe es auf der Erde rund 300 Millionen Menschen gegeben. Rund 1880 Jahre später waren es 900 Mio., aktuell sind es 7,5 Milliarden und im Jahre 2050 werden es rund 10 Milliarden sein. Die Fragestellung sei, ob der Planet 10 Milliarden Menschen ernähren könne, was Münterfering mit einem eindeutigem “Ja” quittierte. Man müsse die Menschen unterstützen, die sich für mehr Bildung und Aufklärung einsetzten, den allein in Afrika würden 2050 rund die Hälfte der Menschen leben. Hunderte Millionen Mensch wachsen dort heran, die keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen haben. Und man wisse heute, dass ein hoher Bildungsstand dazu führe, dass weniger Kinder geboren würden. Man müsse in der Gesellschaft wieder mehr diskutieren, wie man den Menschen helfen könne anstelle Gründe zu suchen, lieber niemandem zu helfen.

Das die Welt derart aus den Fugen geraten sei, habe vielerlei Ursachen. Die Menschen müssten alles besser einordnen können: “Die politische Bildung ist bei uns ziemlich im Arsch, so sagt man das im Rheinland, ist das bei euch auch so”, resümierte Müntefering am Ende einer rund 90-minütigen Veranstaltung, bei der auch die Zuschauer Gelegenheit zum diskutieren hatten. In Zeiten, wo man 140 Zeichen zur Satzbildung zur Verfügung hat, sollte man wieder mehr miteinander reden, denn so lassen sich komplexe Sachverhalte einfach besser vermitteln. Franz Müntefering ist seit 27. April 2013 ehrenamtlich Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland. Am 25.November 2015 wurde er zum Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) gewählt.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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