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Ohnsorg-Theater gibt Tod von Uta Stammer bekannt

Hamburg | Foto: Ohnsorg |  Theater und Lesen – das war ihr Leben. Wenn sie nicht morgens Proben und abends Vorstellung hatte, dann traf man sie meist lesend an – in der linken Hand ein Buch, das sie mit dem Daumen offenhielt, und in der rechten Hand die Kaffeetasse. Lebensfroh, warmherzig, diszipliniert, tief in ihre Kunst eintauchend, eine Frau, die Zeit ihres Lebens mit ihrer Kraft, Energie, ihrem Humor und ihrer Lust zu leben und zu arbeiten die Herzen des Publikums und ihres Umfeldes im Sturm erobern konnte – so werden wir Uta Stammer immer in Erinnerung behalten.

Uta Stammer wurde am 22. Oktober 1948 in Flensburg geboren. Bereits als Kind stand sie in einem Amateurtheater auf der Bühne. Seit dieser Zeit ließ sie der Wunsch Schauspielerin zu werden nicht mehr los. Nach dem Abitur ging sie zunächst für ein halbes Jahr als Au-pair-Mädchen ins englische Manchester und anschließend führte sie ihr Weg nach Hamburg an die “Staatliche Hochschule für Musik und darstellende Kunst”, wo sie sich zur Schauspielerin ausbilden ließ und unter anderem Schülerin von Anne Marks-Rocke war. Ihre Anfängerjahre am Theater absolvierte Uta Stammer in Flensburg. Es folgten zwei Jahre am Main-Franken-Theater in Würzburg. Danach entschied sie sich für die Freiberuflichkeit. In dieser Zeit wirkte sie u. a. in den Fernsehserien Kümo Henriette und Onkel Bräsig mit und wurde damit einem breiteren Publikum bekannt.

In der Spielzeit 1982/83 kam die mittlerweile 34-Jährige schließlich ans Ohnsorg-Theater, das bis zuletzt ihre künstlerische Heimat war. Ihr erstes Stück an der plattdeutschen Traditionsbühne war Gode Nacht, Fro Engel. Darin spielte sie gleich an der Seite von Heidi Kabel. Ihre letzte Rolle war die großartige und tief berührende Darstellung der Maude in Harold un Maude. In dieser  „Paraderolle“ war sie bis Anfang Februar dieses Jahres auf der Bühne des Ohnsorg Studios zu sehen und begeisterte Presse wie Zuschauer. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Dazwischen liegen weit über 80 Theater-Rollen, die Uta Stammer in ihren 36 Jahren am OhnsorgTheater gespielt hat – Komödien, Schwänke, Schauspiele, Dramen. Sie war eine Vollblutschauspielerin, die mit ihrer starken Bühnenpräsenz und ihrer unverwechselbaren Stimme alle Genres gleichermaßen perfekt beherrschte.

Unvergessen bleibt sie als Mutter in Halfklook, als Geesche Gottfried in Fassbinders Bremer Freiheit, Maike Harder in De rode Ünnerrock, als Mutter Courage im gleichnamigen Stück von Bertolt Brecht sowie als Karoline Kleinschmidt in Noch eenmal verleevt. Für diese Rolle bekam sie 2013 den RolfMares-Preis zugesprochen. Es waren die gebrochenen Charaktere, die zu spielen Uta Stammer immer besonders gereizt haben. Aber auch an den “eindeutigeren” Charakteren und den komischen Rollen hatte sie ihren Spaß: Sie verstand es, Pointen unvergleichlich trocken zu servieren – zum Beispiel als nervige Nachbarin Trude Wrangel in der 13teiligen Fernseh-Serie Die Ohnsorgs.

In den zurückliegenden Jahren war Uta Stammer eigentlich Rentnerin, verschrieb sich jedoch neben dem Reisen weiterhin ihrer großen Passion, dem Theaterspielen. 2014 trat sie in den Hamburger Kammerspielen als eine der alten Damen in der Uraufführung von Michael Bogdanovs Jetzt oder nie – Zeit ist Geld auf. Und sie ließ es sich nicht nehmen, an der Seite ihrer Kollegin Edda Loges in der Spielzeit 2016/2017 in glänzender Weise eine der beiden „schrullige Tanten“ zu mimen, die in Arsenik un ole Spitzen ältere Herren von ihrer Einsamkeit erlösen – natürlich nur auf der Bühne.

Am 22. Juni 2018 ist Uta Stammer in Hamburg nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Das Ohnsorg-Theater trauert um eine menschlich wie künstlerisch bewundernswerte Kollegin, die die norddeutsche Theaterlandschaft über viele Jahre eindrucksvoll bereichert hat. Wir verneigen uns vor Uta Stammer und nehmen Abschied mit ihrem Lieblingssatz aus Harold un Maude: „Fründlichkeit is dat, wat de Welt bitter nödig hett.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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