Werbung
Lokales

Senat rückt Schutz alter Straßenbäume in Blickpunkt – 11.060 Bäume älter als 100 Jahre

Zwei der ältesten Bäume Hamburgs stehen in Neugraben

Neugraben | Hamburgs Straßenbäume sind nicht nur optisch und ökologisch von hohem Wert. Ein großer Teil verfügt zudem auch über ein stattliches Alter. Rund 107.000 Bäume, und damit knapp die Hälfte des im Straßenbaumkataster gelisteten Bestandes entlang der Hamburger Straßen und Alleen (224.000), sind älter als 40 Jahre. Mehr als 26.000 davon sind über 80 Jahre alt, und 11.060 über einhundert Jahre, davon 5.500 Eichen und mehr als 3.000 Linden. Je älter die Bäume sind, desto positiver wirken sie auf das Mikroklima in der Stadt ein. Faktoren sind zum Beispiel die Zusammensetzung der Luft, der Feuchtigkeit und Temperatur. Sie sind aber auch wichtig für die Böden und deren Wasseraufnahmekapazität – von zentraler Bedeutung etwa in Zeiten extremer Niederschläge.

Das dokumentierte Pflanzdatum der Eiche an der Cuxhavener Straße in Neugraben ist ebenfalls 1720. | Foto: Andreas Bock

Umweltsenator Jens Kerstan: „Hamburg kann stolz sein auf seine Bäume. Unsere ältesten Straßenbäume stammen noch aus dem Jahr 1720. Alte Bäume sind nicht nur ein großer Naturschatz. Aufgrund ihrer hohen Funktionalitäten sorgen sie auch für ein besseres Stadtklima. Ihr Schutz genießt deshalb für uns hohe Priorität. Zugleich nimmt der Druck auf die Straßenbäume aufgrund der intensiven Bautätigkeit in der Stadt zu. Aktuell bereitet der Senat eine neue Vereinbarung vor, um den Schutz alter Bäume zu erhöhen. Dabei geht es darum, alle Beteiligten an Bauprojekten für die Bedeutung und den schützenswerten Status insbesondere älterer Straßenbäume zu sensibilisieren und Schutzauflagen zu erhöhen“.

Zugleich ist es das erklärte Ziel der Stadt, die durch die zunehmende Nachverdichtung für den notwendigen Wohnungsbau in der Stadt ausgelösten Verluste von Straßenbäumen zu minimieren und soweit möglich durch Nachpflanzungen zu kompensieren. 2017 hat sich der positive Trend der Vorjahre in Richtung einer ausgeglichenen Bilanz zwischen Fällungen und Neupflanzungen grundsätzlich fortgesetzt. Ohne Berücksichtigung der verheerenden Herbststürme Herwat und Xavier im letzten Jahr, denen viele Bäume an Straßen und in Grünflächen zum Opfer fielen, reduzierte sich das Defizit auf 148 Bäume. Durch die Herbststürme entstand ein Totalschaden an 620 Straßenbäumen, für deren Beseitigung der Senat inklusive Bruchschäden gut eine Million Euro aufgewendet hatte. Für die Nachpflanzung hat die Umweltbehörde weitere 700.000 Euro bereitgestellt. In diesem Herbst werden an allen möglichen Sturmstandorten neue Bäume eingepflanzt.

Die drei ältesten Bäume Hamburgs

Die Neugrabener Eiche kommt auf einen Umfang von 2,6 Meter und eine Krone von 13 Metern. | Foto: Andreas Bock

An Hamburgs Straßen wachsen mehr als 300 verschiedene Baumarten. Hamburgs unserer Kenntnis nach ältester Baum steht in Harburg (Am Neulander Elbdeich) und ist eine 850 Jahre alte Eibe. Wahrscheinlich stammt der Baum aus der Zeit der ersten Eindeichung im 12. Jahrhundert. Die beiden ältesten dokumentierten Straßenbäume stehen am Albertiweg in Altona und in Neugraben an der Cuxhavener Straße. Die beiden Stieleichen (Quercus robur) stammen aus dem Jahr 1720. Das Exemplar in Altona ist mit einem Stammumfang von 4,80 Meter und einem Kronendurchmesser von 20 Meter einer der mächtigsten Bäume der Stadt. Die Neugrabener Eiche kommt auf einen Umfang von 2,6 Meter und eine Krone von 13 Metern. Der drittälteste Straßenbaum ist ebenfalls eine Stieleiche, steht im Stremelweg in Neugraben seit 1740 und erreicht einen Stammumfang von 3,82 Meter mit einer Krone von 22 Meter Durchmesser.

 

Tags
Zeige mehr
Werbung

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ähnliche Artikel

Kommentar verfassen

Close