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Lokales

Ausbildungsoffensive trägt weiter Früchte

Hamburg. Da freuen sich sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten als auch die mit dem heutigen Tage Neukolleginnen und -kollegen. Im Rahmen eines Festaktes hat Justizsenator Dr. Till Steffen die neu ausgebildeten Mitarbeiterinnen (2) und Mitarbeiter (7) aus der Ausbildung verabschiedet. Gleichzeitig ist das Ende eines Ausbildungsjahrgangs auch der Start eines neuen Jahrgangs. Die neuen Anwärterinnen (6) und Anwärter (18) nehmen ab morgen ihre zweijährige Ausbildung auf und wurden vom Justizsenator feierlich begrüßt.

Mehr Neuankömmlinge als Abgänge

Dr. Till Steffen hob in seinem Grußwort hervor: „Ein ganz deutliches Zeichen dafür, dass unsere Ausbildungsoffensive Früchte trägt, ist: Wir bilden inzwischen so viel aus, dass wir mehr Neuankömmlinge als Abgänge haben. Der Allgemeine Vollzugsdienst nimmt derart viele und vielfältige Aufgaben wahr, dass es wichtig ist, die Arbeit in den Anstalten auf viele Schultern zu verteilen. Es ist eine große berufliche Herausforderung und wir wollen noch mehr Menschen finden, die diesen Weg beschreiten möchten. Mit der Ausbildungsoffensive verfolgen wir das Ziel, bis zu fünf Lehrgänge im Jahr anzubieten. Mit fast 1.000 Bediensteten ist der Allgemeine Vollzugsdienst die größte Berufsgruppe und eine tragende Säule des Justizvollzugs.“ An die neuen Kolleginnen und Kollegen gewandt, sagte der Justizsenator: „Sie werden Ansprechpartner und Ansprechpartnerin für die Gefangenen sein. Aber auch an der Schnittstelle zwischen vielen Berufsfeldern arbeiten: Psychologinnen, Psychiater, Rechtsanwältinnen, Bewährungshelfer, Ärztinnen – für alle diese Menschen werden Sie ebenfalls eine zentrale Rolle einnehmen, wenn es darum geht, das Verhalten und die Situation der Gefangenen einzuschätzen.“

Zahl der Auszubildenden steigt

2017 haben 62 neu ausgebildete AVD-Bedienstete ihre Arbeit im Vollzug aufgenommen, 2018 können sich die Bediensteten in den Anstalten bereits jetzt schon über 67 neue Kolleginnen und Kollegen freuen – und der heutige Jahrgang ist nicht der letzte in diesem Jahr.

Positive Auswirkungen während und nach der Haft

Auch für die Häftlinge hat die Ausbildungsoffensive positive Auswirkungen: Mehr AVD-Bedienstete können sich um sie kümmern. Diese wichtige Arbeit während der Haft greift dann Hand in Hand mit dem erst kürzlich in der Bürgerschaft verabschiedeten Resozialisierungs- und Opferhilfegesetz, wodurch auch nach der Haft kein Häftling alleine gelassen wird.

Informationen zur Ausbildung

Die Justizbehörde nimmt das ganze Jahr über Bewerbungen für den Allgemeinen Vollzugsdienst entgegen. Die Anzahl der Lehrgänge orientiert sich an der Zahl der geeigneten Bewerberinnen und Bewerber. Die Ausbildung gliedert sich in einen zehnmonatigen Theorieteil in der Justizvollzugsschule und einen 14-monatigen Praxisteil in den Anstalten. Während der Ausbildung sind die Anwärterinnen und Anwärter Beamte auf Widerruf und erhalten eine Vergütung von rund 1.750 Euro brutto. Nach erfolgreichem Bestehen der Ausbildung werden sie in der Regel übernommen und nach einer Probezeit von drei Jahren zu Beamtinnen und Beamten auf Lebenszeit ernannt. Der Eintritt in den Ruhestand erfolgt bereits mit 60 Jahren.

An der Justizvollschule werden neben den rechtlichen Grundlagen unter anderem die Fächer Psychologie, Vollzugsberufskunde und Pädagogik unterrichtet. Die Einstellungskriterien und Bewerbungsunterlagen finden Bewerberinnen und Bewerber auf den Internetseiten der Justizbehörde.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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