Werbung
Politik
Trend

SPD, Linke und Grüne haben sich auf Zusammenarbeit ohne Koalition geeinigt

Fredenhagen soll jetzt am 10. September gewählt werden

Harburg. Mitte 2019 stehen in Harburg die Wahlen zur Bezirksversammlung an, die Parallel zu den Wahlen zum 9. Europäischem Parlament stattfinden. Knapp 9 Monate vorher trennten sich (wir berichteten) die Koalitionäre im Harburger Rathaus, weil sie nach dem Tod von Bezirksamtsleiter Thomas Völsch keine Einigkeit über dessen Nachfolge herleiten konnten.

Die SPD betonte auf der heutigen Pressekonferenz, dass man sich ausschließlich an der Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber orientiert habe. “Sophie Fredenhagen gehörte einfach zu den Besten, darin waren sich alle Fraktionen einig, es gab keinen Dissens”, ergänzte Jörn Lohmann von DIE LINKE. Umso größer ist bei allen die Verwunderung, dass die Christdemokraten einen ganz neuen Kandidaten aus dem Hut zaubern. Immerhin drei Kandidaten waren im Bewerbungsverfahren von allen Fraktionen favorisiert worden. Die CDU brachte dann aber noch einen weiteren Kandidaten ins Spiel. Britta Herrmann, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN ist nicht traurig, dass darüber die große Koalition zerbrochen ist.

Mit wechselnden Mehrheiten wollen SPD, DIE LINKE und die GRÜNEN nun, nach der Wahl Fredenhagens am 10. September um 18.30 Uhr, auch Themen erneut aufgreifen, die mit der CDU nicht umzusetzen waren. Einig ist man sich aber bereits darin, den öffentlichen Wohnungsbau unter dem Aspekt, günstige Wohnungen zu bauen, neu zu bewerten und voranzubringen. Auch die Themen des öffentlichen Personennahverkehrs sollen vorangebracht werden. Man kann sich beispielhaft eine Schnellbuslinie über die Elbe vorstellen, wolle mit der Hochbahn darüber sprechen. Jörn Lohmann von DIE LINKE möchte auch eine Vertrauensperson innerhalb des Jobcenters installieren.

Ob die SPD nun nach der Wahl der nächsten Bezirksversammlung wieder mit der CDU koalieren würde, ließ Frank Richter von den Sozialdemokraten offen. Man habe viele Dinge für Harburg auch mit der CDU vorangebracht, zuletzt die Investition von 4,5 Mio. Euro für Spielplätze im Bezirk. Aber er betonte auch, dass eine große Koalition immer nur eine Ausnahme sein könne. Ein Probelauf für eine Rot-Rot-Grüne Koalition also, die im Falle eines Erfolges in den nächsten Monaten nach der Wahl am 26. Mai 2019 nicht ganz unwahrscheinlich ist, sofern der Wähler ausreichend viele Kreuze entsprechend setzt.

 

Zeige mehr

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ähnliche Artikel

Kommentar verfassen

Close