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Lokales

HAMBURG WASSER verzeichnet stärkste Wasserabgabe seit der Jahrtausendwende

Die Wasserbilanz des Sommers

Hamburg. Hohe Temperaturen und viele Sonnenstunden – der Sommer 2018 war ein Sommer der Superlative. Die Bilanz von Hamburgs kommunalem Versorger HAMBURG WASSER bestätigt das. Zwischen Mai und August wurde so viel Wasser an die Kunden abgegeben, wie noch nie in diesem Jahrtausend. Insgesamt flossen rund 45,1 Mio. Kubikmeter Trinkwasser aus den Hähnen. Der bislang abgabestärkste Sommer aus dem Jahr 2000 wurde damit um gut sechs Prozent übertroffen. Den Tageshöchstwert verzeichnete HAMBURG WASSER am 31. Mai. Bei Temperaturen um die 30 Grad gab das Unternehmen 445.220 Kubikmeter Trinkwasser ab – ungefähr so viel wie die Binnenalster fasst.

Versorgung zu jeder Zeit gewährleistet

Trotz der erhöhten Abgabe konnten die Bedarfe der Kunden ohne Einschränkungen bedient werden. Keine Selbstverständlichkeit, wie der Technische Geschäftsführer von HAMBURG WASSER, Ingo Hannemann, betont: „Extremtage wie der 31. Mai sind eine echte Bewährungsprobe für uns. Nur durch das Engagement unserer Mitarbeiter, weitsichtige Planung und verantwortungsbewusste Investitionen in Netze und Anlagen gelingt es uns, solche Spitzenwerte ohne Qualitätseinbußen bedienen zu können.“

Trinkwasserabgabe in der Spitze um 35 Prozent erhöht

Normalerweise verbrauchen die Hamburger an einem Tag im Schnitt rund 330.000 Kubikmeter Trinkwasser. Anders in diesem Sommer: Der Verbrauch stieg durchschnittlich auf 366.380 Kubikmeter Trinkwasser – ein Plus von elf Prozent. An Spitzentagen wurde der durchschnittliche Verbrauch sogar um 35 Prozent übertroffen. Ingo Hannemann: „Insgesamt haben wir an 21 Tagen mehr als 400.000 Kubikmeter an unsere Kunden abgegeben. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2007-2017 gab es insgesamt lediglich sieben solcher Tage.“ Angst vor Wasserknappheit mussten die Bürger aber nicht haben: Dank des Zusammenspiels von insgesamt 17 Wasserwerken ist HAMBURG WASSER für entsprechende Schwankungen in den Verbräuchen gut aufgestellt. Zudem verfügt das Unternehmen über Trinkwasserspeicher, die als zusätzliche Reserve dienen.

Versorgungsengpässe – in Hamburg undenkbar?

Hitze und Trockenheit stellten einige Versorgungsunternehmen im Norden dieses Jahr vor Probleme. Mehrere Versorger warnten zwischen Mai und August vor Versorgungsengpässen. In den meisten Fällen überstieg die Nachfrage die Produktionskapazitäten. In Zeiten großer Nachfrage sind Brunnen und Wasserwerke der Flaschenhals der Trinkwasserproduktion – auch in Hamburg. „Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, investieren wir jährlich rund vier Millionen Euro in neue Brunnen“, sagt Nathalie Leroy, Sprecherin der Geschäftsführung von HAMBURG WASSER und ergänzt: „Mit dem Brunnenbau allein ist es nicht getan. Um in Zeiten von Klimawandel und Bevölkerungswachstum auszuschließen, dass es künftig zu Engpässen kommen könnte, sind wir zwingend darauf angewiesen, weiterhin Grundwasser aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen fördern zu dürfen. Die derzeitigen Fördermengen dürfen auf keinen Fall reduziert werden. Dass Hamburg das Wasser in diesem Umfang benötigt, hat dieser Sommer deutlich gezeigt.“

Als Stadtstaat kann Hamburg seinen Wasserbedarf nicht vollständig aus eigenen Ressourcen decken. Um die in Hamburg angesiedelten Unternehmen und die hier arbeitenden und lebenden Menschen sicher mit Trinkwasser zu versorgen, nutzt HAMBURG WASSER Grundwasservorkommen aus dem Hamburger Umland. Rund 26 Prozent des jährlichen Bedarfs werden aus Schleswig-Holstein gedeckt, weitere 13 Prozent werden seit 1982 im Wasserwerk Nordheide in Niedersachsen gefördert.

Verantwortungsbewusster Umgang zahlt sich aus

Obwohl der diesjährige Wasserverbrauch über den Vorjahren liegt, ist die Versorgungslage in Deutschland insgesamt hervorragend. Das gilt insbesondere für den Norden der Republik, wo überwiegend Grundwasser zur Wasserversorgung genutzt wird. Die unterirdischen Wasserspeicher regenerieren sich in den regenreichen Monaten zwischen Oktober und April auf natürliche Weise. Im Einzugsgebiet von HAMBURG WASSER entstehen durch Niederschläge jährlich rund 700 Mio. Kubikmeter Grundwasser neu. HAMBURG WASSER darf davon 133,8 Mio. Kubikmeter für die Trinkwasserversorgung nutzen. In der Regel wird dieser Wert aber deutlich unterschritten. 2017 speiste das Unternehmen gut 119 Mio. Kubikmeter Trinkwasser ins Netz, in diesem Jahr ist aufgrund des trockenen Sommers von einer erkennbaren Steigerung auszugehen. Ingo Hannemann: „Wir stehen für einen sorgsamen Umgang mit Trinkwasser und haben unsere Grundwasserförderung nachhaltig angelegt. Dazu gehört, dass wir unsere Ressourcen nicht durch Überförderung gefährden, sondern grundsätzlich deutlich weniger Wasser nutzen, als sich durch Niederschlag neu bildet.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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