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Wirtschaft

Leinen los: Segeln als Therapiebaustein

Norddeutscher Regatta Verein ermöglicht außergewöhnliches Erlebnis für junge Patienten auf der Außenalster

Harburg. Bereits zum vierten Mal konnten sich Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Asklepios Klinikum Harburg in der vergangenen Woche über eine besondere Form der Therapie freuen: Unter Anleitung der Experten des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) konnten zwanzig Patienten und deren Betreuer die Außenalster auf dem Segelboot kennenlernen. Das Event ist Bestandteil des umfassenden erlebnispädagogischen Therapieprogramms der Abteilung.

Prof. Dr. Walter Gross-Fengels, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Asklepios Klinikum Harburg und Initiator des Segelevents freut sich, dass der NRV auch in diesem Jahr die Kinder- und Jugendpsychiatrie tatkräftig unterstützt: „Ich selbst bin seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Segler und bin dem NRV für das außerordentliche Engagement dankbar, das jungen Menschen in schwierigen Situationen ein besonderes Erlebnis ermöglicht. Viele der Jugendlichen waren noch nie auf dem Wasser und am Ende des Tages dann doch begeistert von diesem gemeinsamen Segelevent.“ Einen Tag lang brachten die Segellehrer des NRV den jungen Patienten Handgriffe bei und stellten Anlage und Boote kostenfrei zur Verfügung. Bei perfekten Bedingungen konnten die Patienten ihre anfänglichen Ängste auf dem Wasser überwinden und waren am Ende aktiver Teil der Regatta- Teams. Auch im kommenden Jahr will Chefarzt Walter Gross-Fengels die Arbeit seiner Kollegin Dr. Sabine Ott, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie- und Psychosomatik, unterstützen.

Therapiebaustein Erlebnispädagogik

Für Dr. Sabine Ott ist das Projekt eine Erweiterung des ohnehin umfassenden Angebots der Erlebnispädagogik ihrer Abteilung. „Erlebnispädagogik unterstützt die therapeutischen Prozesse durch Selbstwertstärkung und Förderung der sozialen Kompetenzen. Insbesondere beim Segeln erleben die Patienten Freude und Kreativität mit Gleichaltrigen“, erläutert Dr. Ott. Das differenzierte Therapieangebot umfasst daneben erlebnispädagogische Aktivitäten wie: Tagesausflüge zum Bouldern oder Kanufahren, Sommerferienfreizeiten mit Zelten und Standup-Paddling. Im vergangenen Jahr haben die jungen Patienten der Abteilung gemeinsam mit einem Tischler einen eigenen Tischkicker geplant und gebaut. „Für unsere Patienten ist es ein tolles Zeichen, zu sehen, dass andere Menschen Anteil nehmen und sich für sie einsetzen und so helfen, Berührungsängste abzubauen“, freut sich Dr. Ott.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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