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Politik

Sophie Fredenhagen übernimmt Staffelstab

Harburg. Am Freitagmorgen wurde Sophie Fredenhagen – übrigens als erste Frau in der Geschichte – in das Amt der Bezirksamtsleiterin eingeführt. Im Rahmen einer Pressekonferenz mit anschließender Arbeitssitzung wurde die Urkunde von Finanzsenator Andreas Dressel im großen Sitzungssaal des Harburger Rathauses übergeben.

Fredenhagen zeigte sich erfreut darüber, dass sie das Team bereits kenne. Zuvor hatte Dierk Trispel der neuen Bezirksamtsleiterin versichert, dass sie ein loyales und engagiertes Team übernehme. Finanzsenator Dressel ergänzte, dass in politisch unruhigen Zeiten das zusammenhalten der Fäden eine wichtige Aufgabe sei, für die er ein glückliche Hand wünsche.

Der kommissarische Leiter Dierk Trispel hatte Ende 2017 die Amtsgeschäfte weitergeführt, nachdem die Erkrankung des ehemaligen Bezirksamtleiters Thomas Völsch bekannt wurde. Trispel zeigte sich heute erleichtert: “Ich habe das wirklich gerne gemacht, aber in dieser Position muss man bereit sein, an die 60 Wochenstunden zu arbeiten und auf vieles zu verzichten. Ja, man muss dafür brennen, das ist bei mir nicht der Fall. Deshalb habe ich mich auch nicht für diese Stelle beworben.”

Um die Personalie Sophie Fredenhagen gab es heftigen Streit zwischen der CDU-Fraktion und der Fraktion der Sozialdemokraten. So war es auf einer Sondersitzung zur Wahl der Bezirksamtsleiterin zu persönlichen Anwürfen von Ralf-Dieter Fischer gekommen. Er erklärte für die CDU, dass Fredenhagen nicht über ausreichende Kompetenzen verfüge und Harburg in weiten Teilen überhaupt nicht kenne.

Die SPD entgegnete, dass Fredenhagen eine von drei Personen sei, die im Auswahlverfahren, im übrigen im Beisein der CDU-Vertreter, aufgrund ihrer Kompetenzen übrig bliebe. Sämtliche anderen Bewerber seien nicht in die engere Wahl gekommen. Über diese Auseinandersetzung zerbrach die große Koalition in der Bezirksversammlung. Fredenhagen wurde denkbar knapp mit 26 von 49 Stimmen gewählt.

Dierk Trispel, Sophie Fredenhagen und Andreas Dressel. Foto: Melinda Barnau
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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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