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Lokales

Rollifahrer muss Planetarium verlassen

Brandschutzbestimmungen vs. Inklusion: Wenn Bürokratie zur Spaßbremse wird

Hamburg. Es könnte eine Schlagzeile von 1952 sein, nach dem Krieg war an Barrierefreiheit vielerorten nicht zu denken. Doch der Kalender offenbart, wir leben im Jahre 2018 und Inklusion ist allerorten ein Thema. Umso erstaunlicher, dass ein Besuch im Planetarium für eine Hamburger Familie zum Alptraum wurde.

Nico ist Rollifahrer und genauso wie seine Eltern, geübt im Umgang mit dem täglichen Hilfsmittel. Wo es geht, verzichtet die Familie deshalb auf den Rolli, um auch der Normalität im Alltag einen Raum zu geben.

Bereits eine Stunde vor der Vorstellung kam die Familie Sch. im Planetarium an. Alle waren voller Vorfreude auf die besondere Tabaluga-Vorstellung. Doch als es dann in den Vorführraum gehen sollte, begann eine ganz besondere Show, bei der sich die Sch´s in der Hauptrolle wähnten. Gebucht waren Plätze, die neben den üblichen Plätzen im Zuschauerraum lagen, denn Nico wollte ja auch den Sitz nach hinten kippen, um die volle Rundumsicht wahrzunehmen. Doch dem Personal stand der Rolli dann im Weg, Brandschutzbestimmungen würden das nicht erlauben.

Daraufhin bot man der Familie spezielle Plätze für Rollifahrer an. Als Nico dort den Rolli abstellte und sich auf einen Platz niederließ, wurde er harsch aufgefordert, den Rolli nicht zu verlassen. Im Brandfalle könne man ihn sonst nicht rechtzeitig bergen. Einige zugespitzte Worte später fand sich die Familie vor dem Planetarium wieder, rausgeschmissen.

Am Tag danach ist die Pressesprecherin des Planetarium um Schadenbegrenzung bemüht. Mit einem Brief wolle man sich heute entschuldigen, es seien zu einer Zuspitzung gekommen, die dem Planetarium sehr leid täte und Anlass ist, zukünftig Verbesserungen herbeizuführen.

Liebe Familie S., wir bedauern es sehr, dass es uns während Ihres Besuchs nicht gelungen ist, eine gute Lösung zu finden, die Ihrem besonderen Bedarf entsprach und gleichzeitig mit den Sicherheitsbestimmungen zu vereinbaren war. Nicos Enttäuschung und Ihren Ärger darüber können wir gut verstehen.

Es tut uns auch sehr leid, dass im Verlaufe des Gesprächs der Ton ungebührlich hitzig wurde und dass wir keine Lösung für die sofortige Rückerstattung des Eintrittsgeldes gefunden haben. Diese Punkte werden wir schnellstmöglich verbessern.

Bitte seien Sie versichert, dass Inklusion für uns ein wichtiges Thema ist und wir uns weiter bemühen, das Planetariums-Erlebnis für Rollstuhlfahrer zu verbessern. Wir hoffen, dass wir Sie noch einmal im Planetarium Hamburg begrüßen können und laden Nico und Sie als kleine Wiedergutmachung zu einem neuen Besuch ein.

Gerne stehen wir auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
Die Geschäftsleitung des Planetarium Hamburg

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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