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Kultur

„Jüdische Jugend in Hamburg in den 1920er Jahren und das Haus Schalom in Neugraben“

Donnerstag, 15. November 2018 um 19.30 Uhr

Neugraben. In seinem Vortrag über die jüdische Jugend in Hamburg und ihre Ausbildung zur Auswanderung nach Palästina seit den 1920er Jahren berichtet der Historiker Peter Offenborn über die zionistische Idee, in Palästina zu siedeln und dort eine von Verfolgung und Not freie jüdische Gemeinschaft zu errichten.

In diesen Jahren entstanden jüdische Jugendorganisationen, die sich den Ideen der aufkommenden Jugendbewegung anschlossen. Das bedeutete, Werte und Arbeits- und Lebensgewohnheiten der Erwachsenen zu hinterfragen und naturbezogene und gemeinschaftlich erlebbare Erfahrungen als neues Lebensziel anzustreben. Siedeln in Palästina bedeutete jedoch erst einmal Urbarmachung eines landwirtschaftlich zu nutzenden Landes bei schwerer körperlicher Arbeit. Auf zivilisatorische Infrastrukturen musste in den meisten Siedlungsprojekten verzichtet werden.

Eine intensive schulische, landwirtschaftliche und handwerkliche Vorbereitung der zur Auswanderung und Siedlung in Palästina bereiten Jugend war daher notwendig. Die Ausbildung – ‚Hachschara‘ genannt – wurde in der Regel von den zionistischen Organisationen geleistet, in manchen Fällen auch von jüdischen Gemeinden. Eine erste Ausbildungseinrichtung befand sich Anfang der 20er Jahre in der Dorfgemeinde Neugraben bei Harburg.

Hier hatte sich 1922 eine jüdische, in Altona lebende Arztfamilie von dem Architekten Oscar von Halle ein Sommerhaus errichten lassen. Zumindest in dem Zeitraum 1923/24 konnte sich in der als ‚Haus Schalom‘ bezeichneten Unterkunft eine Gruppe Jugendlicher auf die Siedlung in Palästina vorbereiten, indem sie bei benachbarten Bauern in Acker- und Gartenbau und auch in Tierhaltung ausgebildet wurde. Hierüber liegen allerdings keine weiteren Informationen vor, wie überhaupt über das ‚Haus Schalom‘ nur Weniges überliefert ist. Das Haus befand sich in der Nähe des heutigen S-Bahnhofs.

Der Themenabend findet im BGZ-Süderelbe, Am Johannisland 2, statt. Das BGZ befindet sich direkt am Bahnhof Neugraben. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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