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Politik

Die Linke fordert Förderung statt Abschulung an Hamburger Gymnasien

Harburg. Wie der NDR berichtete, mussten 884 Hamburger Sechstklässler/innen mit Beginn des Schuljahres 2018/19 gegen den eigenen Willen ihr Gymnasium verlassen und auf eine Stadtteilschule wechseln. „Das Damoklesschwert der Abschulung bedeutet für viele Kinder Schulstress und Schulangst”, kritisiert Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.

„Der Druck und die Spaltung beginnen schon in der Grundschule, wo die Schulempfehlung suggeriert, ein Bildungsweg sei vorgezeichnet. Doch eine Sicherheit vor der Abschulung gibt es nicht, dafür Versagensangst und Konkurrenz unter den Schüler_innen.”

Während die Gymnasien bereinigt werden, landen die jungen Schüler/innen frustriert und gedemütigt an den Stadtteilschulen, die wiederum für die psychologische und pädagogische Aufbauarbeit keinerlei Unterstützung durch die Behörde erhalten, so Boeddinghaus: „Die Abschulung zementiert im Bildungssystem die soziale Spaltung Hamburgs. Statt diejenigen herauszuwerfen, die dem erhöhten Leistungsdruck nicht gewachsen sind, sollten Gymnasien wie Stadtteilschulen die Möglichkeiten und Mittel erhalten, Schüler_innen entsprechend zu fördern und zum bestmöglichen Schulabschluss zu begleiten.“

Die Bildungsexpertin erneuert ihre Forderung nach Abschaffung der Schulformempfehlung: „Sie hat entwicklungspsychologisch und pädagogisch keinen Sinn. Die hohe Zahl der aktuell abgeschulten Schüler/innen mit einer Gymnasialempfehlung ist dafür nur ein letzter Beleg.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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