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Die Anwohner des Ehestorfer Heuweg fordern bessere Lösung

Hausbruch. Im Bezirk Harburg fühlt man sich schon fast traditionell im Stich gelassen von den Hamburgern. Dabei sind für den Harburger die Hamburger erst nördlich der Elbe zu finden. So gern man in Harburg mit seiner Eigenständigkeit kokettiert, die man gern zurück hätte, so sehr hat man in Sachen Verkehr das selbe Problem. Obwohl, wäre Hamburg nicht, hätten wir auch keine Staus in Harburg, aber lassen wir das..

Der Bezirk Harburg ist seit Jahren mit großen Infrastrukturmaßnahmen bestückt, die für eine Ertüchtigung von Straßen, Brücken und Gewässern sorgt. Man könnte froh sein, dass endlich Geld in die Hand genommen wird und Buckelpisten sowie marode Brücken instand gesetzt werden. Nachdem der Bezirk einem gefühlten Straßenlabyrinth gleicht, dessen man sich einmal gefangen, nicht mehr entziehen kann, ist der Geduldsfaden nicht nur bei den Autofahrern stramm gespannt.

Thomas Soltau fürchtet nicht nur um seine Existenz. Foto: Andreas Scharnberg

Die Anwohner des Ehestorfer Heuweg jedenfalls sind mit ihrer Geduld am Ende. Thomas Soltau, der Inhaber des Landhaus Jägerhof, hat deshalb am heutigen Montag mit Beate Pohlmann (SPD) und vielen anderen Aktiven den Auftakt zum Protest begonnen, der zur Not auch mit zivilem Ungehorsam vorangetrieben werden wird. “Ich habe neulich im Spaß gesagt, ich würde ein Loch in die Kreuzung an der B73 fräsen und mich dort bis zur Brust einbetonieren lassen…”, beendet Thomas Soltau seine Erzählung über den Fortgang der Bauarbeiten, deren Einschränkungen aus seiner Sicht völlig unverhältnismäßig seien.

Seit einem Jahr gibt es immer wieder Teil- und Vollsperrungen, zum 20.11.2018 sollen diese nun erstmal aufgeoben werden. Doch Neun weitere Monate Vollsperrung ab dem 1. März 2019 bedeute das Aus für viele Gewerbetreibende in der Gegend. Dabei seien nicht nur die Anlieger betroffen, sondern beispielsweise auch der Neugrabener Wochenmarkt, berichtet Soltau. Die kaufkräftigen Umlandbewohner würden sich neu orientieren und den weiten Umweg nicht in Kauf nehmen.

Beate Pohlmann (SPD) setzt sich als Bezirksabgeordnete in der Harburger Bezirksversammlung für die Initiative ein. Foto: Andreas Scharnberg

Kurt Staudt, ein Anwohner, beobachtet den Verkehr seit Beginn der Bauarbeiten. Dabei setzt er sich neben sein Fahrzeug in einen Campingstuhl und stellt ein Schild an den alten Hyundai: “Nein, Sie dürfen hier nicht durch…” steht drauf. Wenn Herr Staudt dann mal gefragt wird, ob man durchfahren könne, antwortet er trickreich “Also, da vorne kommt gerade einer an, dann kann ja unten keine Polizei stehen…” Durch die Baustelle, ja da konnte man die meiste Zeit tatsächlich durchfahren.

“Für die geplante Sperrung ab März 2019 muss man andere Lösungen finden”, sagt Beate Pohlmann. Sämtliche Fraktionen der Bezirksversammlung haben in einem gemeinsamen Eilantrag eine schnelle, kurzfristige Bürgerinformation aber vor allem auch eine Alternative gefordert. Das Anwohner sich für die Zufahrt zu ihrem Grundstück treffen müssen und der Polier alle zusammen nach Hause eskortiert, könne ja nicht ernst gemeint sein. Nun hat man am Montag seitens der Stadt angekündigt, am Donnerstag einen neuen Plan vorzulegen.

Ein Team vom Lokalsender HH1 im Interview mit Thomas Soltau. Foto: Andreas Scharnberg
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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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