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„Glücklich, etwas für andere zu tun“

Dankesessen für Ehrenamtliche beim DRK Harburg

Harburg. Sie helfen im Hospiz, beim „Kinderteller“ oder im Charity-Shop „Schwester Henny“, kümmern sich in ihrer Freizeit unentgeltlich um Obdachlose, Kinder, Senioren, Menschen mit Einschränkungen oder Erkrankte. Warum? „Ich bin glücklich, etwas für andere zu tun, weil ich selbst viel Unterstützung bekomme“, sagt zum Beispiel die 16-jährige Lilly Nienstedt aus Fischbek. Die Schülerin ist die jüngste Ehrenamtliche in der sozialen Arbeit des Harburger Roten Kreuzes. Zusammen mit mehr als 100 anderen ehrenamtlich Aktiven nahm sie am Dankesessen des DRK-Kreisverbandes im Restaurant „Goldener Engel“ in Harburg teil.

Einmal in der Woche verbringt Lilly Nienstedt den Nachmittag in der Rote-Kreuz-Straße in einer Gruppe für Demenzkranke. Es wird geklönt, gebastelt und Kaffee getrunken, manchmal gehen Teilnehmer, DRK-Mitarbeiter und Ehrenamtliche gemeinsam an der Außenmühle spazieren. „Es macht Spaß und ist nie langweilig“, sagt die Schülerin über ihr Engagement. Auch die 22-jährige Linda Roß unterstützt als Ehrenamtliche in dieser Gruppe. Die Krankenschwester aus Stelle kam vor vier Jahren über ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Ambulanten Pflege des DRK dazu und blieb „einfach kleben“, wie sie lächelnd erklärt. Sie hilft anderen, lerne aber auch eine Menge über sich selbst: „Zum Beispiel, wie gut es mir geht.“

Ehrenamtliche sind eine unverzichtbare Stütze bei den zahlreichen sozialen Hilfsangeboten des Harburger Roten Kreuzes. Das brachte Lothar Bergmann als (ehrenamtlicher) Präsident des Kreisverbandes beim Dankesessen in seiner kurzen Rede auf den Punkt: „Ohne Sie könnten wir einpacken.“ Auch DRK-Vorstand Harald Krüger bedankte sich für das großartige Engagement.

Zu den Angeboten, die es ohne Ehrenamtliche nicht geben würde, zählt unter anderem der DRK-Seniorentreff in der Hermann-Maul-Straße 5 in Harburg. Fünf engagierte Frauen und ein Mann sorgen dafür, dass ältere Mitbürger hier dienstags bis freitags den Nachmittag in Gemeinschaft verbringen können, mit Gesellschaftsspielen und Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis. Zusätzlich wird jeden 1. Montag im Monat – das nächste Mal am 3. Dezember ab 14 Uhr – offenes Singen mit Gitarrenbegleitung angeboten, im Februar soll es wieder einen Ausflug mit Grünkohlessen geben. „Das Schönste für mich ist, wenn die Menschen zufriedener nach Hause gehen, als sie gekommen sind“, sagt Christa Schwentke. Die Harburgerin ist 77 Jahre alt, wirkt wie ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus dem Seniorentreff agil und zupackend. „Das Ehrenamt hält einen in Schwung“, sagt sie.

Ein anderes DRK-Projekt mit starker ehrenamtlicher Beteiligung gibt es seit April im Harburger Ring 8-10: Im Secondhand-Shop „Schwester Henny“ gehören Ursula Hackbusch (70) und Elsbeth Werner (71) zum Helferteam der ersten Stunde. „Die Erlöse des Ladens gehen an soziale Projekte wie den Kinderteller, der für Kinder und Jugendliche in Neuwiedenthal am Wochenende ein warmes Mittagessen anbietet. Das finde ich eine ganz tolle Sache“, sagt Elsbeth Werner, die in Eißendorf wohnt. Wie die meisten anderen Ehrenamtlichen im Charity-Shop unterstützt sie an einem halben Tag in der Woche. Ihre Kollegin Ursula Hackbusch erzählt: „Wir sortieren die gespendete Ware, helfen den Kunden und bedienen die Kasse.“ Die Tätigkeit mache ihr Freude, auch weil sehr verschiedene Menschen in den Laden kommen: Studenten, Familien, Anwohner, Umweltbewusste ebenso wie Kunden auf der Suche nach dem besonderen Schnäppchen.

Nicht nur das „Schwester Henny“-Team freut sich über weitere Unterstützung. Wer sich für ein soziales Ehrenamt beim DRK Harburg interessiert, meldet sich bei Rosa Schlottau, Tel. 040 / 766092-64 oder per E-Mail an: r.schlottau@drk-harburg.hamburg

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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