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Wenn das Herz aus dem Takt gerät: Wie schützt man sich vor Vorhofflimmern?

Heimfeld. Vorhofflimmern ist die am häufigsten auftretende Herz-Rhythmusstörung. Durch unkoordinierte elektrische Impulse in den Herzvorhöfen entsteht ein elektrisches Chaos. Die Folge: Die Vorhöfe versuchen, sich bis zu 400-mal pro Minute zusammenzuziehen. Diese Impulse werden vereinzelt an die Hauptkammern weitergegeben und verursachen dort einen unregelmäßigen Herzschlag – eine sogenannte Arrhythmie, die meist mit hohem Puls einhergeht (Herzrasen). Medikamente können helfen, das Herz zurück in den gesunden Takt, den Sinusrhythmus, zu bringen, manchmal muss der Herzrhythmus aber auch durch einen elektrischen Stoß oder einen Kathetereingriff wieder normalisiert werden.

„Wenn die Rhythmusstörung nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie ernste Folgen für das Herz und andere Organe mit sich bringen“, warnt Dr. med. Ryszard Wesolowski, Leitender Arzt der Abteilung für Kardiologie an der Helios Mariahilf Klinik Hamburg. „Viele Betroffene berichten von einer plötzlichen inneren Unruhe, wenn das Herz unregelmäßig und mit bis zu 160 Schlägen pro Minute schlägt. Bei anderen äußert sich das Vorhofflimmern durch ein Druckgefühl im Brustkorb, das bis zum Hals, Rücken oder bis in den Bauch ausstrahlt. Auch ungewohnte Luftnot bei leichten Tätigkeiten oder Kreislaufprobleme mit Schwindelgefühl können ein Anzeichen für Vorhofflimmern sein. Betroffene sollten dann dringend ein Arzt aufsuchen“, weiß der Kardiologe. Der behandelnde Arzt kann dann mit einem EKG, einem Langzeit-EKG oder bei ganz hartnäckigen Fällen mit einem Ereignis-Rekorder herausfinden, ob es sich um eine harmlose Unregelmäßigkeit oder tatsächlich um Vorhofflimmern handelt.

Hält die Herzrhythmusstörung länger an, können sich in den Vorhöfen des Herzens Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und mit dem Blutstrom verschleppt, können sie zum Beispiel ein Hirngefäß verstopfen und irreversible Schäden anrichten. „Im Schlaganfall besteht die größte Gefahr, die vom Vorhofflimmern ausgeht. Die Gerinnsel können aber auch andere Organe treffen und dort akute Durchblutungsstörungen, sogenannte Infarkte, auslösen. Betroffen sind insbesondere ältere sowie herzkranke Patienten. Zum Schutz vor dem Schlaganfall werden daher in den meisten Fällen gerinnungshemmende Medikamente verschrieben“ so Dr. Wesolowski weiter.

Vorhofflimmern ist besonders tückisch, da es bei über der Hälfte der Patienten ohne Symptome auftritt. Oftmals erfahren Betroffene erst nach einem Schlaganfall oder einer Herzschwäche im Krankenhaus davon, dass ihr Herz aus dem Takt ist. „Insbesondere ältere Menschen sollten regelmäßig ihren Herzschlag überprüfen und den eigenen Puls tasten, auf die Anzeige im Blutdruckmessgerät achten oder auch per App auf dem Smartphone Pulsunregelmäßigkeiten überwachen“, rät der Experte. Eine zuverlässige Diagnose sowie eine sinnvolle Therapieentscheidung können jedoch nur durch einen Facharzt erfolgen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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