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Lokales

Auszeichnung für Nachwuchsdesigner

Verein „Gewalt überwinden“ kürte Sieger des Plakatwettbewerbs

Buchholz. Gewalt bleibt nicht in der Familie. Sie wirkt sich auf alle Bereiche unserer Gesellschaft aus, prägt und schädigt sie und wird wieder zum Nährboden für neue Gewalt. Ihr hässliches Gesicht zeigt sie in vielen Varianten. Das reicht von häuslicher Gewalt bis hin zum Mobbing auf dem Schulhof oder im Internet. Grund genug für den Verein Gewalt überwinden e.V., einen Plakatwettbewerb zum Thema auszuschreiben. Eingeladen waren weiterführende Schulen im Landkreis Harburg. Die Gewinner wurden jetzt in der Bibliothek des Albert-Einstein-Gymnasiums in Buchholz gekürt.

Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgänge. Einzige Vorgabe: Die Nachwuchsdesigner mussten mehrere Textbausteine wie zum Beispiel „Friedliches Zusammenleben – Leben ohne Gewalt“ oder „Kommunikation statt Konfrontation“, außerdem das Logo des Vereins Gewalt überwinden, auf ihren Plakaten unterbringen. Kunstlehrer Jürgen Gollmann lobte die Kreativität und die „raffinierten Gedankengänge“ der Mädchen und Jungen. Dr. Theo Fründt, Vorstandsmitglied des Vereins Gewalt überwinden, war begeistert davon welche technischen Möglichkeiten, wie digitale Bildbearbeitung oder Grafikprogramme den Schülerinnen und Schülern heute zur Verfügung stünden. „Zu meiner Zeit wurde der Kunstunterricht noch mit Tuschkasten und Wachsmalstift gestaltet“, berichtet er lächelnd.

„Das die drei Erstplatzierten alle Mitglieder in meinem Kurs ‘Begabtenförderung und digitale Bildbearbeitung’ sind, ist reiner Zufall“, versichert Kunstlehrerin Wiebke Müller vom Albert-Einstein-Gymnasium. In ihrem Kurs vermittelt sie den jungen Designern unter anderem Perspektiven, Bildkompositionen und die optimale Schriftwahl für das jeweilige Layout. Die 14-jährige Madlen Vita freute sich über einen tollen 3. Platz für ihren Entwurf „Lasst Euch nicht klein machen“, der gleichaltrige Can Röklab war leider krank und konnte seine Urkunde für den 2. Platz nicht persönlich entgegennehmen. Das pinkfarbene Plakat von Matti Westermann fällt sofort ins Auge, beeindruckte die fünfköpfige Jury mit einer klaren Aufteilung, dem perfekten „Goldenen Schnitt“ und der visionären Botschaft „Leben ohne Gewalt“. Verdient wurde dieser spannende Entwurf mit dem 1. Platz gekürt.

Was hat die Wettbewerbsteilnehmer bei ihrer Arbeit inspiriert? „In meinem persönlichen Umfeld habe ich schon von häuslicher Gewalt gehört“, berichtet ein Schüler. Die Gesellschaft muss sich mit diesem Themen auseinandersetzen und dürfe es nicht unter den Tisch kehren, waren sich die Schülerinnen und Schüler einig. „Ich verabscheue Gewalt in jeder Form, deshalb wollte ich auch unbedingt bei dem Plakatwettbewerb mitmachen“, erzählt Sieger Matti Westermann. Ganz genau wisse er noch nicht, wohin ihn sein beruflicher Weg führen wird. Eine Karriere als Grafikdesigner hält der 14-Jährige aber nicht für ausgeschlossen.

Das Siegerplakat wird jetzt in allen Schulen, Rathäusern und Verwaltungen im Landkreis Harburg aufgehängt. Das Preisgeld von insgesamt 600,– Euro wollen die Schülerinnen und Schüler in Grafiktablets für ihren Kurs investieren. „Mit etwas Glück bleibt noch etwas Geld übrig, für einen Bummel über den Weihnachtsmarkt“, freut sich Kunstlehrerin Wiebke Müller.

Info: Im Verein Gewalt überwinden e.V. haben sich Einzelpersonen, Politikerinnen und Politiker, Gleichstellungsbeauftragte sowie Vertreter und Vertreterinnen aus Kommunen des Landkreises, der Kirche, Frauenhäuser und der Polizei zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Der Verein unterstützt Frauenhäuser, Beratungsstellen, den Hilfsfond für Opfer häuslicher Gewalt und Gewaltpräventionsmaßnahmen an Schulen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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