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Dem Winternotprogramm fehlen die Obdachlosen

Hamburg. Entgegen den Annahmen, die zuweilen in den sozialen Medien kursieren, man würde sich nicht um Obdachlose kümmern, stellen die Behörden auch zwei Wochen nach Einbruch der Temperaturen noch rund 300 freie Plätze in Hamburgs Unterkünften fest.

Neben dem Standort in der Friesenstraße (Hammerbrock) gibt es einen weiteren Standort in der Kollaustraße (Niendorf). Dorthin fährt morgens und am Abend jeweils ein kostenloser Shuttle-Bus. Insgesamt werden an beiden Standorten mehr als 650 Betten in Einzel- und Mehrbettzimmern bereit gehalten. Auf die individuelle Lebenssituation der Bedürftigen nimmt man insofern Rücksicht, als das man für Frauen und Paare abgetrennte Bereiche geschaffen hat. Die Obdachlosen können “ihr” Bett über die Laufzeit des Winternotprogramms bis zum 31.3.2019 behalten. Auch barrierefreie Zimmer und Schließfächer stehen zur Verfügung.

Die Verpflegung der Obdachlosen wird durch ehrenamtliche Mitarbeiter organisiert, die Stadt stellt Küchen und Küchengeräte bereit. Das Winternotprogramm arbeitet mit Organisationen und Initiativen zusammen, die auch eine ärztliche Notversorgung sicherstellen.

Neben den beiden großen Unterkünften gibt es eine Reihe weiterer kleinerer Unterkünfte, die zum Teil auch außerhalb des Winternotprogramms geöffnet sind bzw. zur Verfügung stehen. Rund 110 Plätze stellen beispielsweise die Kirchengemeinden, aber auch die Hochschule für angewandte Wissenschaften und die evangelische Hochschule für Sozialpädagogik beim Rauhen Haus helfen. Auch die ganzjährig geöffnete Notunterkunft “Pik As” ist geöffnet.

Die Hamburger Sozialbehörde bittet die Bevölkerung um Hilfe: Wer einen Obdachlosen auf der Straße sieht, der offensichtlich Hilfe benötigt, kann die Hotline 040 428 28 5000 anrufen. Straßensozialarbeiter der Stadt kümmern sich dann umgehend um den Betroffenen. Wenn Sie Erfrierungen oder offene Wunden entdecken, rufen Sie bitte gleich die 112 an, damit keine Zeit verloren geht.

Durch begleitende Sozialarbeit ist es der Stadt im vergangenen Jahr gelungen, 331 Obdachlose von der Straße zu holen und in Hilfesysteme zu integrieren. Für 2018 sind es bereits 50 Personen, die beispielsweise in reguläre Wohnungen oder öffentliche Unterkünfte einziehen konnten.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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