Werbung
Kultur

Philharmonisches Orchester Bremerhaven im Stadeum

Dienstag, 22. Januar 2019, 19.45 Uhr, STADEUM

Stade. „Klassisch – Unklassisch“ – so lautet das Motto des dritten Klassik-Konzerts der laufenden Spielzeit am Dienstag, 22. Januar, um 19.45 Uhr im Stadeum. Das Philharmonische Orchester Bremerhaven spielt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Marc Niemann, der für den erkrankten Ektoras Tartanis einspringt. Auf dem Programm stehen von Sergej Prokofjew die Symphonie Nr. 1 D-Dur op. 25 „Symphonie classique“ und anschließend das beliebte Violinkonzert e-moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Violinsolist ist der in Quickborn aufgewachsene Leonard Fu, frisch gekürter Preisträger des renommierten Joseph Joachim Violinwettbewerbs in Hannover. Nach der Pause folgt die Symphonie Nr. 9 Es-Dur op. 70 von Dmitri Schostakowitsch.

Bei diesem Konzertabend klingen Haydn, Mozart und Beethoven mit, ohne dass ein Werk von ihnen zu hören ist. Sergej Prokofjews Symphonie Nr. 1 D-Dur op. 25, von ihm selbst mit dem Titel Symphonie Classique“ versehen, lässt kaum etwas von den politischen Umwälzungen zur Zeit ihrer Entstehung in den Jahren 1916 und 1917 erahnen. „Wenn Haydn noch lebte, dachte ich, würde er seine Art zu schreiben beibehalten und dabei einiges vom Neuen übernehmen…“, äußerte der Komponist selbst über sein Werk.

Sechs Jahre brauchte Felix Mendelssohn Bartholdy, bis er sein Konzert für Violine und Orchester e-moll op. 64 vollendet hatte. Es sollte sein wirkungsvollstes Solokonzert werden. Mit einigen Neuerungen in der formalen Anlage und der Behandlung des Soloinstruments wurde dieser Publikumsliebling sehr bald ein romantischer Klassiker.

Als „eine Symphonie classique mit Widerhaken“ wird Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 9 Es-Dur op. 70 im Vorwort einer Partiturausgabe von 1988 bezeichnet. 1945, nach dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg, erwarteten die sowjetischen Machthaber, allen voran Stalin, ein Werk, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen sollte – ein Chor, dessen Worte Ruhm und Tapferkeit von Volk und Partei preisen sollten, durfte auch nicht fehlen. Dieser Erwartungshaltung hat sich Schostakowitsch komplett entzogen und lieferte als Symphonie eine kurze grotesk-ironische Referenz an musikalische Traditionen. Den Sturm der ideologischen Entrüstung nahm er in Kauf. Der junge Geiger Leonard Fu, Solist bei Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert, hat im Oktober 2018 einen Preis beim renommierten, alle drei Jahre stattfindenden Joseph Joachim Violinwettbewerb in Hannover gewonnen. 1997 in Kiel geboren, begann Leonard Fu seine musikalische Ausbildung im Alter von vier Jahren am Klavier, im Alter von sieben Jahren erhielt er Violinunterricht und wurde Jungstudent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover sowie später an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Inzwischen studiert er bei Prof. Donald Weilerstein am New England Conservatory of Music in Boston, USA.

Fu war bereits Preisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe wie beispielsweise 2013 bei “Jugend musiziert”, beim “32. International Violin Competition Rodolfo Lipizer” im italienischen Goriza, 2014 beim Tonali14 Grand Prix in Hamburg. Zu seinen bisherigen Kammermusikpartnern gehörten u.a. Manuel Fischer-Dieskau, Nimrod Guez, Gregor Horsch, Jean-Michel Fonteneau, Michael Kannen, Nicholas Mann sowie Vivian Weilerstein. Leonard Fu trat bereits auf der ganzen Welt, u.a. in Europa, Russland, China und den USA auf und spielte in renommierten Sälen wie der Hamburger Laeiszhalle, der Elbphilharmonie, dem Marinsky Theater und als Solist mit renommierten Orchestern wie den Hamburger Symphonikern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und der NDR Radiophilharmonie.

Um 18.45 Uhr lädt das Stadeum zu einer kostenlosen Einführung in der Konferenzzone ein.

Karten für den klassisch-unklassischen Konzertabend sind zum Preis von 21,85 / 33,95 / 37,25 / 39,45 / 42,20 Euro erhältlich telefonisch unter 0 41 41/40 91 40, im Internet unter www.stadeum.de sowie bei allen bekannten Stadeum-Vorverkaufsstellen. Für Auszubildende, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte gibt es Ermäßigungen.

Zeige mehr
Werbung

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ähnliche Artikel

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Back to top button
Close
X
X