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Wut und Unverständnis dominierten Infoveranstaltung des LSBG in Hausbruch

Hausbruch. Die Referenten der Informationsveranstaltung zum Thema “Baumaßnahme Ehestorfer Heuweg” hatten es kommen sehen. Mit rund 370 Besuchern, die teils keinen Sitzplatz mehr bekommen hatten, war der große Saal des Landhaus Jägerhof komplett ausgebucht. Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer, kurz “LSBG” hatten die Aufgabe, ihre Planungen der Öffentlichkeit vorzustellen.

Nachdem der Protest der Anwohner bereits nach den ersten Planungen in den Jahren 2017/2018, die eine komplette Sperrung des Ehestorfer Heuwegs vorsahen, laut wurde, haben sich die Wogen auch nach einer Änderung der Pläne nicht gelegt. Diese sahen nun eine Splittung der Maßnahmen in zwei Bauabschnitte, jeweils von März bis Oktober 2019 und 2020 vor. Die Wesentliche Verbesserung gegenüber der ersten Planung bestand nun darin, dass der Zugang zur Schule jederzeit Möglich wäre, jedoch je nur aus Süden oder Norden.

Nach dem Vortrag zu den Bauausführungen hatten die Referenten des LSBG im Vorfeld am Montagabend eine Stellungnahme der Bürgerinitiative “Verkehrsnotstand Rosengarten” vereinbart. Danach folgten die Aussprachen mit dem anwesenden Publikum. Bereits zu Beginn hatten die Referenten des LSBG aufzeigen wollen, dass die Alternativstrecke über die A7, etwa vom Freilichtmuseum Kiekeberg zum Bahnhof Neuwiedenthal, nur 4 Minuten länger dauern würde. Tosendes Gelächter aus dem Publikum war die Folge.

Eva Herkner, Die Sprecherin der Initiative “Verkehrsnotstand Rosengarten” forderte eine wenigstens einspurige Verkehrsführung und jederzeitige Sicherstellung von Rettungsmaßnahmen. Die Initiative sei notfalls auch bereit, rechtliche Schritte einzuleiten. Bürgermeister und Ortsvorsteher der benachbarten Gemeinden sprangen ihr zur Seite und berichteten, dass 4 Fälle aus der vorherigen Sperrung bekannt seien, bei der die Rettungsdienste erst nach rund 30 Minuten eingetroffen seien. Mehr als 60 Personen hatten um Erlaubnis gebeten, Passierscheine für Pflegedienste zu erhalten.

Dabei offenbarte sich eine durch eine ehemalige Mitarbeiterin des LSBG zu verantwortende “Schlampigkeit”. Der Bürgermeister der Gemeinde Ehestorf, Axel Krones, habe bereits vor Monaten die Adressen der 60 betroffenen Bürger an den LSBG gesandt. Die Referenten gaben heute zu: “Da ist wohl etwas schief gelaufen. Wir müssen nochmal in den Schubladen der Dame nachsehen”. “Bisher habe keine der Bürger eine Antwort erhalten”, so Krones.

Rainer Bliefernicht und Torsten Fuß machten in ihrer Eigenschaft als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzer des Verkehrsausschusses unter großen Applaus deutlich, dass die ehrenamtlich tätigen Harburger Politiker, über alle Parteigrenzen hinweg, unlängst im Oktober 2018 im Verkehrsausschuss des Bezirks Harburg mit genau der gleichen Vorstellung des LSBG konfrontiert wurden und seinerzeit genau die heute durch die Initiative vorgebrachten Forderungen gestellt hatten. Fuß fahre regelmäßig von Seevetal nach Neugraben und benötige nicht selten rund 90 Minuten für diese Strecke. Dabei sei er schon jetzt “Spezialist in Rettungsgassen bauen”, sagte er unter zustimmendem Gelächter.

Mehrfach haben die Gäste der Veranstaltung deutlich gemacht, dass sie jetzt Zugeständnisse erwarten würden. Der LSBG versprach noch vor Ort, dass man “ernsthaft” Alternativen prüfen würde, etwa eine Fußgängerführung durch den Wald und ob die Rohre nicht an anderer Stelle unter der Fahrbahn verlegt werden könnten.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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