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Hamburg

Greta kommt am Freitag nach Hamburg

Schulbehörde ahndet Schulschwänzerei mit Eintrag ins Zeugnis

Hamburg. Greta Thunbergs Engagement gegen die Klimaerwärmung ist nicht vom Himmel gefallen. Bereits mit acht Jahren war die menschengemachte Erderwärmung ein Thema, von dem sie in der Schule erfuhr. Die daraufhin folgende erste Energieeinsparung im Haus der Eltern bestanden darin, die Beleuchtung auszuschalten. Später beschloss sie, nicht mehr zu fliegen und sich vegan zu ernähren und überzeugte auch ihre Familie davon.

Im Alter von elf Jahren durchlebte sie eine depressive Phase und hörte vorübergehend auf zu sprechen und zu essen. Anschließend wurde bei ihr das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Im Mai 2018 wurde die inzwischen 16-jährige Thunberg Preisträgerin eines Schreibwettbewerb zur Umweltpolitik, der vom Svenska Dagbladet initiiert worden war.

Durch die Veröffentlichung ihres Beitrags entstanden Gretas Angaben zufolge Kontakte zu verschiedenen Personen, die sie zu ihrem Engagement inspirierten. Kurz darauf begann sie sich aktiv in der Öffentlichkeit für den Klimaschutz einzusetzen. Gegenüber The New Yorker erklärte sie: „Ich sehe die Welt etwas anders, aus einer anderen Perspektive. Ich habe ein besonderes Interesse. Es ist sehr üblich, dass Menschen im Autismus-Spektrum ein besonderes Interesse haben.“

Nun ist die 15-jährige am Freitag, den 1. März in Hamburg. Dort unterstützt sie durch ihre Anwesenheit die Hamburger Bewegung von „Friday for Future“. Ab 8:30 Uhr ist die Demonstration auf dem Gänsemarkt angemeldet. Erwartet werden bis zu 10000 Schülerinnen und Schüler. Noch am Dienstag ging man von 800-1000 Teilnehmern aus.

Hamburgs Schulbehörde zeigt sich von der strengen Seite. Auch eine schwedische Schülerin sei kein ausreichender Grund, von der Schule fernzubleiben. Hamburgs Schüler/innen müssen mit Konsequenzen rechnen, Elterngespräche und Zeugniseinträge inklusive. Die Schulbehörde hat den Schulen auch untersagt, die Schüler für die Demo zu befreien.

„Statt die Schulen in ihrer Selbstverantwortung zu stärken und außerunterrichtliche Projekte zu fördern, fallen dem Schulsenator wieder nur Sanktionen ein. Wir müssen als Eltern- und Großelterngeneration endlich begreifen, dass den jungen Menschen der Kampf gegen den Klimawandel ernst ist. Und wir können darüber heilfroh sein“, erklärt Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Ich begrüße es, wenn Schüler/innen diese Gelegenheit nutzen und ihre existenziellen Interessen zum Ausdruck bringen. Nun sind die Schulen gefragt, diese berechtigte Interessensäußerung kreativ in den Unterricht zu integrieren. Exkursionen und Praxisbeispiele sind dort sicherlich vorgesehen.“

Dazu der schulpolitische Sprecher und Vorsitzende der AfD-Bürgerschaftsfraktion Dr. Alexander Wolf: „Schulschwänzen rettet die Welt nicht. Diese Aktion bewirkt allenfalls, dass unsere Schüler noch unwissender, aber dafür umso indoktrinierter ins Erwachsenenleben starten. Linksgrüne Weltverbesserer missbrauchen die jugendliche Begeisterungsfähigkeit für ihre zweifelhafte Agenda. Auf diesem Kinderkreuzzug spielen Fakten und Vernunft keine Rolle. Was zählt sind Haltung, Emotion und die Bildern von Teenagern, die unbedarft aber beseelt in die Kamera blicken. Nein, wir wollen nicht „in Panik geraten“ und nicht von Öko-Fundis zurück in die Steinzeit geschickt werden, wie es Greta Thunberg, oder wer auch immer der 16-Jährigen die Worte in den Mund legt, mehr oder weniger fordert. Wer eine bessere Welt schaffen will, braucht fundiertes Wissen und einen geübten Verstand. Der beste Ort, das zu erwerben, ist die Schule.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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