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Kultur

Leben wie früher in der Heide und in der Elbmarsch

eine Woche lang mit der Gelebten Geschichte am Kiekeberg

Rosengarten. In die Vergangenheit reisen, das können Besucher im Freilichtmuseum am Kiekeberg eine Woche lang: Von Dienstag bis Sonntag, den 6. bis 11. August, erleben sie den Alltag ihrer Vorfahren hautnah. Die Gelebte Geschichte nimmt sie während des Sommerspaß-Ferienprogramms mit in die Alltagswelt der Bauern vor 200 Jahren und der Elbfischer vor 100 Jahren. Das Leben in der Nachkriegszeit zeigen die Darsteller zusätzlich am Sonntag, den 11. August. Die Vorführungen finden über den ganzen Tag von 10 bis 18 Uhr statt. Der Museumseintritt beträgt 9 Euro für Erwachsene, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.

Die Besucher tauchen in die Lebens- und Arbeitswelt einer Bauernfamilie aus der Lüneburger Heide im Jahr 1804 ein: Die Magd sammelt Eier, pflückt Kräuter und trägt das Wasser in großen Eimern zum Haus. Über der Feuerstelle kocht die Bäuerin. Die Knechte versorgen die Schweine und Kühe und bessern das Fachwerk aus. Ein „Discher“, plattdeutsch für Tischler, stellt Holzlöffel, Schuhe oder Sitzbänke für den Alltag her. Jeder hat seine festen Aufgaben, es gelten strenge Hierarchien auf dem Hof: Wenn der Bauer und seine Hofgemeinschaft an der langen Holztafel speisen, beginnt er die Mahlzeit mit einem Tischgebet und beendet sie. „Wir wollen regionale Geschichte für Kinder und Erwachsene greifbar machen“, erklärt Stefan Zimmermann. „Dazu gehört, dass die Darsteller in authentischer Kleidung mit historischen Gegenständen erledigen, was auf einem Hof anfiel: auf dem Feld ernten, Körbe flechten oder im Holztrog waschen. Bei uns lernen die Besucher die Familienstrukturen von früher kennen.“

Nur ein paar Schritte weiter im Fischerhaus entdecken die Besucher eine Familie aus der Elbmarsch um 1904. Wie früher hacken sie Holz und räuchern Fische. Auf dem gusseisernen Herd kochen sie das Gartengemüse ein, das sie als Nebenerwerb zum Hamburger Markt bringen. Der Fischer knüpft und flickt seine Netze, um sie für den nächsten Fang vorzubereiten. Im Vergleich der beiden Gebäude erkennen die Besucher den technischen Fortschritt in 100 Jahren.

Speziell am Sonntag, den 11. August, zeigt die Gelebte Geschichte 1945 das Leben der Flüchtlinge und Vertriebenen in einer beengten Nissenhütte. Durch Improvisieren sichern sie ihr Überleben in der Nachkriegszeit: Sie sammeln Bruchholz, ernten und verarbeiten Tabak für den Schwarzmarkthandel. Im Notgarten bauen sie Bohnen und Erbsen an und kochen Kaffee aus gerösteten Eicheln. Brennnesseln und Sauerampfer dienen als Nahrungsmittel und Kastanien zum Waschen. Die Darsteller bereiten einfache Zutaten als bescheidene Mahlzeit auf der „Kochhexe“ zu.

Weitere Termine der Gelebten Geschichte:

Sa/So, 17./18. August, 10-18 Uhr:              Gelebte Geschichte 1804 + 1904
Sa/So, 14./15. September, 10-18 Uhr:       Gelebte Geschichte 1804 + 1904 + 1945
Sa/So, 12./13. Oktober, 10-18 Uhr:            Gelebte Geschichte 1804 + 1904 (Kartoffelfest 13.10.)
So, 20. Oktober, 10-18 Uhr:                        Gelebte Geschichte 1945
So, 17. November, 10-18 Uhr:                    Gelebte Geschichte 1945

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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