Freizeit

Vier Tage Historischer Jahrmarkt im Freilichtmuseum am Kiekeberg

Do bis So, 3.–6.10., 10–18 Uhr, 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren frei

Rosengarten. Am langen Oktoberwochenende zum „Historischen Jahrmarkt“! Von Donnerstag bis Sonntag, dem 3. bis 6. Oktober, verwandelt sich das Freilichtmuseum am Kiekeberg in einen nostalgischen Rummelplatz von 1900 bis 1960. Zwischen 10 bis 18 Uhr warten neue und bewährte Vergnügen wie ein Kuriositätenkabinett, Puppentheater, Schiffschaukel und viele Leckereien auf die kleinen und großen Besucher. Der Eintritt beträgt 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren und Mitglieder des Fördervereins ist er frei. Einzelne Attraktionen erheben zusätzliche Kosten.

Beim „Historischen Jahrmarkt“ ertönt die Konzertorgel und ein Duft von Zuckerwatte liegt in der Luft. Neu dabei sind das Kuriositätenkabinett „Mysterium“, „Franconis nostalgisches Puppentheater“, Musik und Geschichten an einer Polyphon-Spieluhr und eine historische Schießbude.

Die Schaubude „Mysterium“ aus dem Jahr 1958 zeigt Illusionen wie das „Mädchen ohne Kopf“ und die „Gedächtniskünstlerin Madame Afrana“. Im Hof Meyn unterhält „Franconis Puppentheater“ Familien mit dem Kasper und dessen Freunden. An der Polyphon-Spieluhr von 1898 führt Ralph Hohmann musikalische Klänge vor, liest Geschichten aus dem 19. Jahrhundert und erklärt die Mechanik von Klangscheiben und Lochplatten. In historischen Kostümen lassen sich Besucher auf dem Gelände und im Salonwagen fotografieren.

Bewährte Attraktionen erstaunen und erheitern: Der Eisen-Hans verbiegt Hufeisen und stemmt mit den Zähnen eine Dame auf dem Stuhl in die Luft. Große und kleine Besucher messen ihre Kräfte beim Hau-den-Lukas-Spiel. An klassischen Spielbuden wie dem Entenangeln, Pfeile- und Dosenwerfen testen sie ihre Geschicklichkeit. Bei einer Fahrt mit dem historischen Pferdekarussell, dem Kettenflieger oder der Berg- und Talbahn geht es rasant zu. Hoch hinaus schwingen die Kinder auf der Schiffschaukel und einen guten Überblick über das bunte Treiben haben sie auf dem nostalgischen Riesenrad. Braunbär und Kamel begegnen den Besuchern im falschen Pelz, wie früher exotische Tiere auf den Jahrmärkten. Kleine Tierfreunde haben die Gelegenheit zum Ponyreiten.

Bonbons, Schmalzgebäck und Süßwaren aus vergangenen Zeiten locken an die Stände, wie etwa die traditionelle Mandelkutsche. Das Rösterei-Café „Koffietied“ sorgt für Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Herzhafte regionale Speisen bietet der Gasthof des Museums „Stoof Mudders Kroog“.

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg zeigt das bunte Jahrmarktstreiben aus der Zeit von 1900 bis 1960. Jahrmärkte waren seit Beginn des Hochmittelalters ein gesellschaftliches Ereignis und versorgten ursprünglich die Bevölkerung mit Dingen des täglichen Lebens. Die Ernte und landwirtschaftliche Winterpause wurden traditionell mit großen Festen im Herbst gefeiert. Krammärkte waren eng mit dem Kirchenjahr verbunden und entwickelten sich zu Vergnügungsmärkten als das „fahrende Volk“ die Besucher mit Akrobatik, exotischen Tieren oder Theatervorstellungen unterhielt. Kuriositäten und neuste technologische Erfindungen, wie die erste Kinovorführung 1896, wurden auf Jahrmärkten gezeigt. Um 1900 nahmen die Fahr-, Geschicklichkeits- und Belustigungsgeschäfte zu und verdrängten die Schaubuden nach und nach. Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Deutschland eine florierende Karussellindustrie; ein erfolgreicher Vertreter war der „Karussellkönig“ Hugo Haase aus Winsen/Luhe.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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