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Politik

Mehr Fahrraddiebstähle: Wird Harburg zur „No-Go-Area“ für Fahrradfahrer?

Harburg. In Harburg werden immer mehr Fahrräder gestohlen. Das ist das Ergebnis einer Anfrage des Wahlkreisabgeordneten aus Süderelbe und Vorsitzenden der CDU-Fraktion André Trepoll an den rot-grünen Senat. Wurden 2017 noch 457 Räder geklaut, waren es ein Jahr später bereits 524. Das ist eine Steigerung um 13 Prozent.

Besonders ins Auge fallen neben dem tatsächlichen Anstieg die geringen Aufklärungsquoten bei Fahrraddiebstählen. So wurden 2018 beispielsweise in Hausbruch bei 62 Fällen von Fahrraddiebstählen am Ende nur 6,5 Prozent aufgedeckt. Im Stadtteil Harburg wiederrum sogar nur 2,9 Prozent, in Heimfeld 1,7 Prozent und in Eißendorf lag die Aufklärungsquote bei 0 Prozent. Für das erste Halbjahr 2019 waren die Zahlen kaum besser. In den bevölkerungsreichen Stadtteilen Harburgs, sank die Aufklärungsquote im ersten Halbjahr 2019 teilweise gar nochmal ab. Auffällig sind hier die Stadtteile Neugraben-Fischbek mit einer Aufklärungsquote von 3,6 Prozent bei 84 Fällen, Harburg mit 1,3 Prozent bei 75 Fällen sowie Heimfeld und Hausbruch mit 0 Prozent bei 27 bzw. 20 Fällen. Ist das Fahrrad also erst einmal entwendet, ist es schwer die Straftat aufzuklären und die Chance das gestohlene Fahrrad wieder zu bekommen damit äußerst gering. Außer einem Hinweis auf polizeiliche Ermittlungstaktiken, gab es von Seiten des Senats leider keine Hinweise darauf, was der Senat gegen die unbefriedigenden Aufklärungsquoten bei Fahrraddiebstählen konkret unternehmen möchte.

Immerhin sollen bis 2025 endlich an allen S-Bahn-Stationen im Bezirk Fahrradstellplätze mit Beleuchtung installiert werden. Darüber hinaus soll am Standort Harburg ein noch Fahrradparkhaus mit 1.200 Stellplätzen entstehen. Zumindest ein Anfang, um den Diebstahl von Fahrrädern für Gelegenheitstäter etwas unattraktiver zu machen.

Dazu erklärt André Trepoll, CDU-Wahlkreisabgeordneter aus Süderelbe und Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Dass in Harburg immer mehr Fahrräder gestohlen werden, ist inakzeptabel. Die Attraktivität für den Radverkehr steigert man so nicht. Dabei werden die Fahrräder immer teurer – angesagte E-Bikes überschreiten deutlich den vierstelligen Preisbereich. Daher muss der Ausbau beleuchteter und zumindest in Teilen abschließbarer Fahrradabstellanlagen auch außerhalb der Innenstadt zügig vorangebracht werden. Denn auch in Hamburgs Süden wollen Radfahrer ihr Fahrrad trocken und sicher abstellen können. Ankündigungen für Verbesserungen in einigen Jahren reichen dafür nicht aus. Zusätzlich müssen präventive Maßnahmen wie die Codierung des Fahrradrahmens stärker von der Stadt beworben und die Verfolgung von Fahrraddiebstählen Schwerpunkt der Polizeiarbeit in Hamburg werden. Hierfür muss der rot-grüne Senat endlich die richtigen Rahmenbedingen setzen, damit Harburg nicht zur „No-Go-Area“ für Fahrradfahrer wird.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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