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Buchholz

Nach Schließfachraub: Bereits 55 von 75 Kunden entschädigt

55 von 75 Schließfach-Kunden wurden bereits entschädigt

Buchholz. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude arbeitet weiter intensiv an der Regulierung der durch den Aufbruch der Schließfachanlage in Buchholz Anfang Juli betroffenen Schließfach-Kunden. 55 Fälle wurden bereits abschließend und einvernehmlich reguliert – im direkten, persönlichen Gespräch mit den Kunden. Auch mit ersten durch Anwaltskanzleien vertretenen Kunden wurde bereits Einigung erzielt. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, sagt Cord Köster von der Sparkasse Harburg-Buxtehude.

Cord Köster und Matthias Weiß, Regionaldirektoren der Sparkasse Harburg-Buxtehude, führen von Beginn an die Gespräche mit den geschädigten Schließfach-Kunden. Unter ihrer Federführung hat die Sparkasse Harburg-Buxtehude unmittelbar nach dem Vorfall eine eigens für die Abwicklung des Schließfach-Diebstahls zuständige Arbeitsgruppe eingerichtet. „Natürlich verlaufen nicht alle Gespräche nur harmonisch, das ist angesichts der abhanden gekommenen finanziellen, insbesondere aber persönlichen und ideellen Werte auch nachvollziehbar“, sagt Matthias Weiß. „Bei den bisher regulierten 55 Fällen haben wir jedoch mit den geschädigten Kunden ein gemeinsames Verständnis und einen konstruktiven Umgang entwickelt und sind über diesen Weg zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen. Weitere Einigungen sind bereits in Sicht, aber sicherlich sind noch Fälle offen, die mühsamer zu lösen sein werden.“

Herausfordernd und langwieriger sind vor allem die Fälle, bei denen kein vollständiger Nachweis des angegebenen Schadens erbracht werden kann oder die Wertermittlung von Gegenständen wie zum Beispiel alte Uhren oder Schmuck schwierig ist. Hier bedarf es der Hinzunahme externer Expertise.

Grundsätzlich hat die Sparkasse ein für alle Geschädigten geltendes, dreistufiges Vorgehen festgelegt. Cord Köster erläutert: „Damit wir einen betroffenen Schließfach-Kunden entschädigen können, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Zuerst muss das Eigentum der vom Kunden angegebenen Werte bzw. Wertgegenstände nachgewiesen sein. Im zweiten Schritt muss nachvollziehbar sein, dass diese ins Schließfach eingebracht und zum Zeitpunkt des Diebstahls auch dort aufbewahrt wurden. Und im dritten Schritt muss schließlich der Wert des Inhalts ermittelt werden.“ 

Im Falle von Geld und Edelmetallen ist die Wertermittlung eindeutig, bei Uhren, Schmuck und vor allem älteren Wertgegenständen wie beispielsweise Erbstücken natürlich aufwendiger. Für diese Fälle hat die Sparkasse Harburg-Buxtehude einen staatlich bestellten, überregional anerkannten Sachverständigen für Uhren und Schmuck hinzugezogen. Dieser prüft zum einen die von den Kunden eingereichten Nachweise, ist bei Bedarf aber auch persönlich in den Gesprächen mit den Geschädigten dabei.

„Das hat sich absolut bewährt“, bestätigt Cord Köster, der bereits mehrere Regulierungsgespräche gemeinsam mit dem Sachverständigen geführt hat. Der Experte kann dem Kunden den Weg zum ermittelten Wert erläutern, ihm aber auch erklären, warum mancher Nachweis vielleicht nicht ausreicht und was noch benötigt wird. Oder er arbeitet sich im gemeinsamen Gespräch mit dem Kunden anhand gezielter Fragen oder auch unter Hinzunahme von Referenz-Gegenständen an eine möglichst exakte Bewertung heran. „Dieses Vorgehen erfährt bei den Kunden eine hohe Akzeptanz“, sagt Cord Köster und bekräftigt noch einmal, dass dieses Verständnis auch wichtig sei, denn ohne eindeutige Nachweise bzw. Gutachten geht´s einfach nicht. 

Einer der 75 durch den Schließfach-Raub betroffenen Kunden ist Herr D. aus Buchholz. Herr D. hatte eine größere Menge Bargeld sowie alte Goldmünzen und Schmuck im Schließfach deponiert. Der durch ihn angezeigte Schaden belief sich auf einen hohen fünfstelligen Betrag. „Mit diesem Kunden haben wir insgesamt fünf Gespräche geführt“, schildert Matthias Weiß, der die Regulierung dieses Kunden begleitet hat. Das Erstgespräch mit Begehung des Schließfaches, die Schadenaufnahme, ein erneutes Gespräch zur Einreichung und Besprechung von Nachweisen, ein Gespräch zusammen mit dem Sachverständigen und das abschließende Regulierungsgespräch. 

„Anfangs waren wir natürlich geschockt, das haben wir gegenüber Herrn Weiß auch zum Ausdruck gebracht. Die anschließenden Gespräche verliefen dann sehr sachlich und konstruktiv. Ich hatte schnell das Gefühl, dass die Sparkasse verantwortungsbewusst an die Sache herangeht und wir das gleiche Ziel verfolgen, nämlich den adäquaten Ersatz des uns entstandenen Schadens“, bekundet Herr D. 

Den Besitz und die Einlagerung ins Schließfach konnte er durch die erforderlichen Nachweise wie Kontoauszüge, Kaufbelege, Zertifikate und Fotos belegen. Herr D. weiter: „Natürlich war das mit Aufwand verbunden, den man gerne vermieden hätte. Aber es war alles nachvollziehbar.“  

Der Wert des Bargeldes war eindeutig zu bestimmen, Schmuck und die Goldmünzen wurden durch den Sachverständigen geprüft und bewertet. Dabei kam beispielweise heraus, dass die Goldmünzen nur einen Bruchteil dessen wert waren, was der Kunde vermutet hatte. Herr D. sagt dazu: „Die Bewertung durch den Sachverständigen, der übrigens ausgesprochen fachkundig erschien, war nachvollziehbar und plausibel für mich. Ich hatte den Wert völlig anders eingeschätzt.“ 

Nachdem die Sparkasse das Gutachten des Sachverständigen vorliegen hatte, einigten sich beide Seiten im abschließenden Regulierungsgespräch auf die Entschädigungssumme, die nur wenige Tage später an Herrn D. überwiesen wurde. „Wir sind seit Generationen schon Kunde der Sparkasse, daher wollten wir auf jeden Fall einen Rechtstreit vermeiden. Und ich muss wirklich sagen, dass sich dieser Weg für uns bewährt hat.“

Entsprechend seien daher die Vorwürfe der Kanzlei Hennemann gegenüber der Sparkasse Harburg-Buxtehude, dass man die Kunden durch unangemessene Forderungen nach Belegen „zermürbe“ und Entschädigungszahlungen verzögere, nicht nachvollziehbar, sagt Andreas Sommer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude. „Wir haben innerhalb von drei Monaten Dreiviertel der Betroffenen entschädigt. Das zeigt, dass wir diese Angelegenheit sehr ernst nehmen und niemanden im Regen stehen lassen. Wir arbeiten sehr gewissenhaft an der Regulierung. Das benötigt in den Fällen, in denen wir externes Fachwissen hinzuziehen, allerdings etwas mehr Zeit.“

Er wünsche sich grundsätzlich, insbesondere aber im Interesse der Kunden, einen konstruktiven Umgang miteinander. Eine lösungsorientierte Zusammenarbeit führe erfahrungsgemäß schneller zu einer zügigen Entschädigung für den Kunden. Und das sei schließlich das oberste Ziel der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der betroffenen Kunden.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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