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Neugraben-Fischbek

Hamburger Behörde bittet Staatsanwaltschaft um Aufnahme von Ermittlungen gegen Tierversuchslabor

Neugraben-Fischbek. Die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat am heutigen Mittwoch die Staatsanwaltschaft Hamburg um Aufnahme von Ermittlungen gegen den Inhaber des Tierversuchslabors LPT gebeten, der auch eine Zweigstelle in Hamburg betreibt.

Hintergrund ist ein Bericht des ARD Magazins „Fakt“ vom gestrigen Dienstag. Dort berichtete der Sender von einer ehemaligen Mitarbeitern des Labors, sie hatte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Aussagen getroffen, die auf eine Manipulation von Versuchsreihen – u.a. am Hamburger Standort der Firma- schließen lassen.

Die aktuellen Ereignisse werfen Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit von LPT auf. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz wird daher auch die Klärung der aktuellen Vorwürfe und Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft zur Voraussetzung der Erteilung einer Genehmigung von Tierversuchsanträgen der Firma LPT machen. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz wird sich dazu eng mit den zuständigen Behörden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit dem Ziel eines abgestimmten Vorgehens austauschen.

Diese Aussagen belegen den Supergau eines völlig außer Kontrolle geratenen Systems. Hier stößt erlaubte Misshandlung, brutale Tierquälerei und massive kriminelle Energie auf einen Staat, der nur noch ein hilfloser Statist ist. Wenn so gefälscht wurde und das über Jahre, dann bedeutet das auch große Gefahr für die menschlichen Testpersonen in den auf die Tierversuche folgenden klinischen Studien. Wir haben Strafanzeige wegen Verdacht auf vielfachen, gewerblichen Betrug  und erneut auch wegen Tierquälerei gestellt. Die Zeugen berichten auch von Übergriffen auf Tiere, zum Beispiel die grausame Tötung von Kaninchen“, so Friedrich Mülln.

Auch Christiane Blömeke, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft in der Fraktion der Grünen, hat den Bericht von „Fakt“ zum Anlass genommen, eine Strafanzeige gegen den LPT-Inhaber zu stellen. Mit dem offensichtlich Manipulierten Versuchsreihen ist die Wirkung der untersuchten Medikamente in Frage gestellt, eine Schädigung von Verbrauchern kann nicht ausgeschlossen werden, berichtet Blömeke dem NDR.

Mehrere große Pharmakonzerne wie Merck und Boehringer Ingelheim haben bereits Konsequenzen gezogen und beim LPT gekündigt. SOKO Tierschutz fordert von den Regierungen in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein die sofortige Schließung der LPT-Labore, die Beschlagnahme der Tiere und die Überprüfung aller Studien der letzten 15 Jahre. Am 16.11 ruft SOKO Tierschutz zur Großdemo nach Hamburg auf, zu der tausende Menschen erwartet werden. „Es reicht jetzt, die Behörden haben lang genug zugesehen, während jedes Tierheim wird besser überwacht als diese Labore. Wir werden so lange demonstrieren bis die Regierung dieses Todeslabor dicht macht, für Tier und Mensch“, so Mülln.

Unterdessen finden nahezu rund um die Uhr Mahnwachen statt.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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Ein Kommentar

  1. Diese geheuchelte Empörung der Politiker, beweist nur, dass diese wieder mal von der eigenen Unfähigkeit ablenken wollen, wie jedes mal, wenn etwas öffentlich wird!!
    Das ist und bleibt eine Staatsversagen auf ganzer Linie und das in einem Ausmaß, was es in Deutschland noch nie gab!!!
    Haben solche Menschen in Deutschland ein Freifahrtschein, damit die ihre krankhaften, abartigen Fantasien ausleben dürfen!!!
    Dahinter muss ja noch mehr schreckliches stecken, als ja schon bekannt ist, sonst würden sich die Behörden und Politiker nicht so sehr dagegen stellen, endlich dieses Martyrium zu beendenden!!! Eine lückenlose Aufklärung schaut anders aus!!

    Steht ein Mensch im Verdacht zuhause eine Cannabis Plantage zu haben, wird sofort mit einem Einsatzkommando (ohne Vorankündigung), die Wohnung gestürmt, die Bude auf den Kopf gestellt und die Cannabispflanzen werden beschlagnahmt!!!

    Aber wenn es um gequälte, misshandelte, kranke Tiere also um LEBEWESEN geht, dann dürfen diese nicht befreit werden????

    Hier geht es um ein abscheuliches, abartiges, gefährliches Verbrechen mit einer Organisierten und
    systematischen Grausamkeit, an den Tieren, dass die Republik Deutschland seit Jahrzehnten mit Steuergelder noch fördert!!!! Hr. Bundespräsident und Fr. Merkel, denken Sie doch einmal nach, dass diese Gesetzte zu keiner Relation stehen und lassen Sie endlich diese Tiere frei!!!!!

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