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Wirtschaft

Welt-Pankreaskrebstag am 21. November 2019

Harburg. Morgen ist der 6. Welt-Pankreaskrebstag. Diese Tumorform kommt immer häufiger vor, vor allem, weil die Menschen immer älter werden. Außerdem gehört sie zu den tückischsten überhaupt, weil sie anfangs nur unspezifische Symptome verursacht und daher meistens erst sehr spät erkannt wird. Dann haben sich oft Metastasen gebildet, die eine Heilung erschweren. Trotzdem gibt es Fortschritte: Nach einer kompletten Tumorentfernung und anschließender Chemotherapie kann noch jeder vierte Patient geheilt werden. Das ist immer noch wenig, allerdings wesentlich mehr als noch vor 15 Jahren.

„Es gibt kaum verlässliche Frühsymptome, denn Gewichtsverlust oder Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, werden zuerst oft verkannt“, sagt Prof. Dr. Ansgar Chromik, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Asklepios Klinikum Harburg. Dort leitet er gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Ulrich Christl, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, das Interdisziplinäre Pankreaszentrum Harburg. Dort werden jährlich über 100 Patienten mit Pankreaserkrankungen betreut und über 40 Patienten operiert. Es ist Teil des Asklepios Tumorzentrums Hamburg. „Wenn weitere Symptome auftreten wie eine Gelbfärbung der Haut oder eine Stuhlentfärbung, ist das häufig schon Ausdruck einer fortgeschrittenen Erkrankung“, so Prof. Chromik weiter, „in ca. 50 Prozent der Fälle finden sich bei Diagnosestellung schon Metastasen, was eine Heilung eher unwahrscheinlich macht.“ Daher ist es wichtig, die Erkrankung zügig festzustellen. In Harburg werden die notwendigen Untersuchungen dafür wie Endosonographie (innerer Ultraschall), Computertomographie, Kernspintomographie und ggf. eine Probeentnahme von einem erfahrenen interdisziplinären Team durchgeführt. Insgesamt nimmt die Häufigkeit dieser Krebsform zu – in Hamburg erkranken jedes Jahr etwa 400 Menschen daran. Umso wichtiger ist der Weltpankreaskrebstag, um auf die Erkrankung hinzuweisen.

Im Interdisziplinären Pankreaszentrum Harburg, das zum Asklepios Tumorzentrum Hamburg gehört, legt man großen Wert darauf, den Patienten selbst zum Experten dieses komplizierten Organs zu machen und ihn auf das Leben nach der Operation gut vorzubereiten. Das gilt besonders für die Ernährung, die durch eine Pankreasoperation erheblich beeinflusst sein kann. Auch hierfür werden bereits im stationären Aufenthalt die Weichen gestellt. Dazu gehört eine regelmäßige Ernährungsberatung, die bereits am Krankenbett erste Tipps und Hinweise für die Ernährung gibt. Außerdem erfolgt eine Diabetes-Beratung und ggf. Schulung, falls sich eine Zuckerkrankheit eingestellt hat. Ganz entscheidend ist die Anbindung an eine Selbsthilfegruppe, wie den AdP e.V. (Arbeitskreis der Pankreatektomierten), die den Patienten einen wertvollen Austausch mit ebenfalls Betroffenen ermöglicht. So werden im Asklepios Klinikum Harburg regelmäßig Selbsthilfegruppen-Treffen des AdP e.V. durchgeführt, in denen Vorträge für Patienten gehalten und ein Erfahrungsaustausch ermöglicht werden. 

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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