Hamburg

Dramatischer Anstieg der Bedürftigen bei der Tafel

Hamburg. Es ist die Offenbarung der Rentenpolitik in Deutschland: Tausende Rentnerinnen und Rentner sind allein in Hamburg von der Tafel abhängig, ohne die großzügigen Lebensmittelspenden geht es nicht mehr! Und dabei kommt den Alten entgegen, dass sie oft in Bestandswohnungen leben und die Miete nicht selten deutlich niedriger als bei Neuvermietungen ist. Nur zu oft ist die Lebensführung dieser Menschen sehr bescheiden. Und doch reicht es am Monatsende oft nicht mehr für das Nötigste.

Jetzt schlägt das bundesweite Netz der Tafeln Alarm. Der Zustrom der bedürftigen Rentnerinnen und Rentner ist besorgniserregend. Allein im vergangenem Jahr habe man etwa 20% mehr Bedürftige gegenüber dem Vorjahr versorgt. Dabei sei der Scham aus der Anfangszeit der Tafeln längst dem blanken Überlebenswillen gewichen. Den Tafeln wird zugemutet, den politischen Fehlentwicklungen der Rentenpolitik mit hunderten Ehrenamtlichen entgegenzutreten. Allein für den allgemeinen Betrieb der Logistik muss die Tafel jährlich rund 750.000 Euro aufwenden. Alte werden in Deutschland systematisch stigmatisiert und ihres Selbstwertgefühls beraubt. Nicht nur beim Essen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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