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Winsen

Weltaidstag: Mit Aids verantwortungsvoll umgehen

Winsen. Etwas schüchtern stehen die Jugendlichen am Stand mit den Kondomen. Ein leichtes Zögern, dann nimmt die Achtklässlerin die Verpackung in die Hand, reißt sie auf – und probiert am Modell den Umgang mit dem Schutz. Ihre Klassenkameradinnen gucken erst unsicher kichernd zu, dann wollen auch sie den Umgang mit dem Kondom ausprobieren. Der Stand war eine Station beim sogenannten Aidsparcours am Aktionstag, den das Gesundheitsamt des Landkreises Harburg zum Weltaidstag veranstaltet hat. Dazu kamen am Donnerstag gut 330 Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse in das Kreishaus Winsen.

Unter dem Motto „Tolerant miteinander lieben, leben und lernen“ vermittelten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes den Jugendlichen durch Spiel, Spaß und Gespräche an verschiedenen Stationen des sogenannten Aidsparcours, wie sie mit den Themen Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie Verhütung verantwortlich umgehen. An den insgesamt elf Stationen gab es Informationen zu Übertragungswegen der Krankheit und Schutz durch Verhütungsmittel. Dabei konnten die Jugendlichen auch selbst aktiv werden oder ihr Wissen am Glücksrad mit Fragen zum Thema testen. Wer seine Fragen lieber im Einzelgespräch mit einer Ärztin des Gesundheitsamtes besprechen wollte, hatte dazu in einem „Wahrsagerzelt“ die Gelegenheit.Gleichzeitig lernten die Jugendlichen Ansprechpartner und Hilfsangebote zum Thema Aids im Landkreis Harburg kennen.

„Unser Ziel ist es, Jugendliche über Aids zu informieren und sie zu motivieren, mit den Themen HIV und Aids verantwortungsvoll umzugehen“, erläutert Karina Stelter, Abteilung Gesundheit beim Landkreis Harburg. „Aufklärung ist der wichtigste Bestandteil der Präventionsarbeit.“ So sollten auch Vorurteile abgebaut werden. Denn Menschen, die über die Krankheit Bescheid wissen, neigen weniger dazu, Erkrankte wegen irrationaler Ängste auszugrenzen. „Ziel unserer Veranstaltung ist es neues Bewusstsein für die Aids-Problematik und die Gefahren des Virus zu wecken“, sagt Karina Stelter.

Denn bis heute werden HIV-positive Menschen aus Angst vor Ansteckung im Alltag oftmals ausgegrenzt. Doch Wissen über die Krankheit ist nicht nur der Schlüssel, um eine Übertragung des Virus zu vermeiden, sondern schützt erkrankte Menschen auch davor, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Anders als vor einigen Jahren sind die Themen HIV und Aids aber kaum noch in der öffentlichen Diskussion präsent. Allein in Deutschland leben rund 87.900 Menschen mit HIV, jedes Jahr kommen etwa 3.400 Neuinfektionen hinzu.

Nach der Aktion im Kreishaus gingen die Jugendlichen ins Kino Winsen. Dort sahen sie einen Film zum Thema Liebe, Lebensvielfalt, Sexualität, Ausgrenzung und Freundschaft an.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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