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Free-TV-Premiere von Das Boot im ZDF

Die Ausstrahlung der Event-Serie nach den Romanen „Das Boot“ und „Die Festung“ von Prof. Lothar-Günther Buchheim wird von der zweiteiligen Doku „Das Boot – Die Dokumentation“ sowie der Sonderprogrammierung „Die lange Nacht der U-Boote“ begleitet.

Herbst 1942: Im französischen La Rochelle bereitet sich die größtenteils unerfahrene Besatzung des neuen U-Bootes U-612 auf ihre erste Feindfahrt vor. Noch wissen die jungen Männer nicht, wie es sich anfühlen wird, in der „Eiserner Sarg“ genannten Stahlröhre auszuharren, während feindliche Zerstörer über ihnen Wasserbomben abwerfen. Hitlers U-Boot-Krieg wird am Ende 30.000 U-Boot-Fahrer töten. „Viele von ihnen waren noch nicht einmal Männer – in Wirklichkeit waren es halbe Kinder: Der gesamte U-Boot-Orlog war ein riesiger Kinderkreuzzug“, wie es Lothar-Günther Buchheim einmal formulierte, auf dessen Büchern „Das Boot“ und „Die Festung“ die Serie beruht. Ebenso viele Opfer gab es auf den Schiffen, die von deutschen U-Booten versenkt wurden.

Es ist dieser Aspekt, der sich in der weltbekannten Romanverfilmung von 1981 kaum wiederfand, und den die Autoren Tony Saint und Johannes W. Betz für die unter der Regie von Andreas Prochaska aufwändig produzierte Neuauflage aufgriffen. Mit der thematischen Öffnung hin zu Buchheims Roman „Die Festung“ gelingt es zudem eindrucksvoll, den aufkommenden Widerstand und die grausame Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland in einem parallelen Handlungsstrang darzustellen. Die Miniserie besticht nicht nur durch den detailgetreuen Nachbau eines U-Bootes aus dem Zweiten Weltkrieg und aufwändige Effekte. Ihre Spannung und Nähe bezieht sie vor allem aus einem kongenialen Ensemble, das bis in die Nebenrollen hinein handverlesen ist. Der aus dem Dortmunder „Tatort“ bekannte Rick Okon lässt das Publikum als junger unerfahrener Kapitänleutnant Klaus Hoffmann die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des U-Boot-Krieges und an den Zielen der Nazis hautnah spüren, ebenso wie Vicky Krieps, die glaubhaft und feinfühlig den Weg der aus dem Elsass stammende Simone Strasser von einer glühenden Anhängerin der Nationalsozialisten hin in den Widerstand nachzeichnet. Alle weiteren Darsteller glänzen in ihren Rollen ebenso, von Leonard Scheicher über Rainer Bock, Robert Stadlober, August Wittgenstein, Franz Dinda, Stefan Konarske und Pit Bukowski bis hin zu Lizzy Caplan („Masters of Sex“), Tom Wlaschiha („Game of Thrones“) und Vincent Kartheiser („Mad Men“). 

Dabei ist die Miniserie weit mehr als eine gelungen besetzte Neuinterpretation des Filmklassikers von Wolfgang Petersen. Vor dem Hintergrund des weltweit, auch in Deutschland, wachsenden Zuspruchs für Nationalismus und Faschismus kann „Das Boot“ als brandaktuelle Mahnung verstanden werden, wohin Verblendung, blinder Hass auf Andersdenkende und fremde Kulturen schon einmal geführt haben: in Elend, grenzenloses Leid, grausame Verbrechen.

Das ZDF zeigt die von Bavaria Fiction im Auftrag von Sky Deutschland produzierte Serie in Doppelfolgen ab Freitag, 3. Januar 2020, 20.15 Uhr, an vier aufeinanderfolgenden Abenden, begleitet von zwei Dokumentationen über den U-Boot-Krieg im Zweiten Weltkrieg und der Sonderprogrammierung “ Die lange Nacht der U-Boote“.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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