Kolumnen

Frohes Neues!

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Das war also der Einstieg in das neues Jahr, die Zwanziger beginnen. Im nun vergangenem Jahr habe ich mir oft die Frage gestellt, wie es um Deutschland eigentlich steht. Die tägliche berufliche Herausforderung besteht ja darin, aus den tausenden Nachrichten genau die zu Filtern, die für die eigenen Medien von Relevanz sind. Und das ist bei Aktuelles aus Süderelbe oft das lokale Geschehen. Deshalb schaffen es selten Meldungen in die Internetzeitung, die ohnehin schon in allen Tageszeitungen präsent sind.

Und genau diese Selektion ist es, die an die Verantwortung von Journalisten appelliert. Auch oder gerade in Zeiten, wo jedes Facebook-Profil ein Medium darstellt, braucht es Journalisten, die sich redlich um ausgewogene Berichterstattung bemühen. Profis in den Redaktionen wissen, dass Emotionen die beste Basis für einen Artikel ausmachen. Wenn man also die Empörung auf etwas zuspitzen kann, treibt man die Besucherzahlen in die Höhe.

Etwas überzogen darzustellen schafft auf Dauer aber auch ein Bild, welches sich immer weiter von der Realität entfernt. Die Wahrnehmung verzerrt sich. Was früher zurecht als Satire gelten durfte, wird heute als persönlicher Angriff auf die eigene Person oder Interessen gewertet. Und der Journalismus ist an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Springen doch die Medien gerne auf Geschichten auf, die einem auf dem Silbertablett präsentiert werden.

Dabei darf man aber die wirklich wichtigen Themen nicht aus dem Blick verlieren. Etwa Nachhaltigkeit, Wissenschaft oder Bildung, um nur einige beispielhaft zu nennen. Und man muss die Tricks der Manipulierer kennen. Sie nehmen sich ein Thema und treiben die Empörung auf die Spitze um neben Zugriffszahlen auch gerade die Aufmerksamkeit der Medien zu suchen, die das Thema dann aufgreifen. So schaffen es Themen ohne jegliche Legitimation auf die Relevanz in die Schlagzeilen.

Meine Erkenntnis ist aber auch, dass es diese Empörung noch nicht auf die Straße geschafft hat. Insofern stimmt im öffentlichen Bild noch Wahrnehmung und Realität weitestgehend überein. Der Relevanz geschuldet, werde ich zukünftig das Thema Umwelt den klassischen Themen Lokales, Sport, Kultur, Politik und Wirtschaft hinzufügen. Auf in die 20er!

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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