Politik

S-Bahn Situation im Fokus der Harburger Politik

Harburg. Erst kürzlich haben Verantwortliche der Bahn vor den Mitgliedern des Hauptausschusses der Bezirksversammlung Stellung beziehen müssen. Und die war, nach Aussage vieler Teilnehmer, wenig informativ. Im Gegenteil, man fühle sich verhöhnt und verspottet. Man sehe sich mittlerweile an Flughäfen erinnert, die niemals fertig würden.

Seit mehr als 10 Jahren sind die Tunnelstation Harburg, Harburg-Rathaus und Heimfeld eine Dauerbaustelle. Die Bahn kommt nur zögerlich an den wichtigen Stellen weiter, nennt meist Brandschutzbestimmungen, die man aufgrund schwieriger technischer Anforderungen nicht einhalten kann, als Ursache. Doch das ist nicht alles: Die Grüne Fraktion Harburg thematisiert in einer aktuellen Pressemitteilung, dass man in Harburg unter diesen Umständen nicht von einer Mobilitätswende sprechen könne.

„Unzureichend sind nach wie vor die Alternativen, wenn es zu Ausfällen der S3/S31 kommt und das ist nicht selten, sagt Britta Herrmann, Spitzenkandidatin der Harburger GRÜNEN für die Bürgerschaftswahl am 23. Februar. Wir brauchen bei Ausfällen verlässliche Alternativen, wie z.B. eine zweite Schienenverbindung. Um den Hamburger Süden besser anzubinden, benötigen wir dringend eine weitere westliche Verbindung.“

„Was wir nicht brauchen, sind japanische Verhältnisse! Berühmt ist hierfür die Tokyo Metro für die sogenannten Drücker, die Oshiyas, die die Pendler in überfüllte Züge hineinpressen, damit sich die Türen schließen können. Wenn unser ÖPNV eine wirklich attraktive Alternative zum Auto sein soll und das ist unser erklärtes Ziel, dann brauchen wir kurzfristig mehr Langzüge und möglichst kürzere Taktungen. Nur so gelingt uns der Umstieg vom Auto zum ÖPNV, so Herrmann.  

Das sieht auch SPD-Bürgerschafskandidat Frank Wiesner ähnlich. Mit Bürgern aus der Süderelbe-Region hat er am 17.1.2020 die Bahnhöfe Neuwiedenthal, Neugraben und Fischbek zur Hauptverkehrszeit um 17 Uhr begangen. Dabei fielen der Gruppe weitere, teilweise auch bereits bekannte Probleme auf. Im Allgemeinen wirkten die Bahnhöfe Neuwiedenthal und Neugraben sehr schmutzig und wenig einladend. Anders in Fischbek, wo der Bahnhof sogar durch seine Übersichtlichkeit wenig Angsträume bot. Hier fiel allerdings auf, dass neben dem überdachten und verschlossenen Fahrradabstellkäfig viele Räder an den Handlauf gekettet werden.

In Neugraben wünschten sich die Bürger neben endlich funktionierenden Fahrstühlen, um auf den Bahnsteig 2/3 zu gelangen, auch eine Anzeige, wann und wo die nächsten Busse abfahren. Frank Wiesner konnte von den vielen in der Planung befindlichen Verbesserungen berichten. So werden vorarbeiten für die „Torbauten“ durchgeführt und erste sichtbare Maßnahmen auch im Bereich des Bahnhofsvorplatzes wahrgenommen. Doch bis die ersehnten Verbesserungen nutzbar sind, werden noch Jahre ins Land ziehen, vermutet ein Teilnehmer. Frank Wiesner sieht seine Freude über den mit erheblicher Verspätung eröffneten Kiosk eingetrübt. „Das es noch immer keine Möglichkeit im Süderelberaum gibt, damit sich Kunden des HVV mit Zeitkarten eindecken können, ist schlicht unhaltbar. Mehr als 40000 Einwohner müssen dazu nach Harburg, teilweise aber auch in die Innenstadt ausweichen.“, so Wiesner.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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