Landkreis Harburg

Ein arbeitsreiches Jahr für den WEISSEN RING

Landkreis Harburg. 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden das Team der Außenstelle im Landkreis Harburg. Auch im Jahr 2019 war es wieder ein arbeitsreiches aber auch erfolgreiches Jahr für die Helfer, denn 116 Menschen, die Opfer einer Straftat geworden waren, suchten die Unterstützung des WEISSEN RINGS. In der Außenstelle des Landkreises konnte ihnen fast immer in ihrer Opfersituation konkret geholfen werden, sei es auch nur durch ein erstes persönliches Gespräch. 

Unter den Betroffenen wandten sich 36 Opfer von Körperverletzungsdelikten an die Ehrenamtler, hierunter 23 Frauen, die häusliche Gewalt erdulden mussten. 20 Opfer von Sexualdelikten wurden ebenfalls beraten und betreut. Ein weiterer Schwerpunkt bildete die Hilfe und Unterstützung von 22 Stalkingopfern. Hier konnte neben der sonst üblichen Unterstützung den Betroffenen mit der seit Mai 2019 in den Internetstores kostenlos erhältlichen NO-STALK-App des WEISSEN RINGS ein hilfreiches Instrument zur Beweissicherung an die Hand gegeben werden. Eine besondere Herausforderung stellte – wie fast immer – die Betreuung von Opfern der fünf versuchten Tötungsdelikte dar. Betrug (8 Fälle) und Diebstahl (10 Fälle) machten neben Brandstiftung und weiteren Delikten einen geringen Anteil an den Gesamtfällen aus und vervollständigen die Statistik. 

Die Helfer der Außenstelle hörten zu, gaben Tipps und Hinweise, begleiteten die Betroffenen zu Ämtern, Hilfseinrichtungen, Rechtsanwälten oder zur Polizei. Sechs Opfer sollten als Zeuge vor Gericht aussagen. Hier bereitete der WEISSE RING die Betroffenen auf die spätere Situation im Gerichtssaal vor und begleitete sie am Tag der Verhandlung als Person des Vertrauens. 

Abgesehen von der immateriellen Unterstützung bietet der WEISSE RING auch materielle Hilfe an. So finanzierte die Opferschutzorganisation den Betroffenen beispielsweise in jeweils 60 Fällen eine anwaltliche oder psychologische Erstberatung. Hierdurch entstanden Gesamtkosten in Höhe von 11.400 Euro. 

Neben der Hilfe der Opfer von Straftaten ist auch die Prävention ein weiteres Satzungsziel des WEISSEN RINGS. So ist es nicht verwunderlich, dass von dem Team der Außenstelle auch im Jahr 2019 mehrere Präventionsaktionen durchgeführt wurden. Beispielhaft ist hier das erstmals im Januar 2019 in Todtglüsingen zusammen mit dem Todtglüsinger SV angebotenen Selbstbehauptungstraining für Senioren über 65 Jahren. Es fand einen so großen Anklang, dass dort am 27. Januar 2020 ein Nachfolgekurs und ab dem 17. Februar ein neues Training in Kooperation mit dem TSV Buchholz 08 in der Nordheidestadt stattfinden wird. Außerdem boten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenstelle mehrfach Aufklärung an Informationsständen über Zivilcourage, Gewalt gegen Frauen und Männer, Betrug sowie Trickdiebstahl in Winsen, Buchholz und Neu Wulmstorf an. Präventionsvorträge über Internetkriminalität und Kriminalität zulasten von Seniorinnen und Senioren vervollständigten das Jahresprogramm. 

Wer an ergänzenden Informationen über Opferhilfe oder Prävention des WEISSEN RINGS interessiert ist, findet diese Auskünfte auf der Website der Außenstelle (www. harburg-kreis-niedersachsen.weisser-ring.de). 

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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