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Politik

Süderelbe Aktiv e.V. im Dialog mit Bürgern und Politikern

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Neugraben-Fischbek. Der Verein „Süderelbe Aktiv e.V.“ mit seinen ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter*innen hat am Donnerstagabend im neuen Veranstaltungszentrum „JoLa“ in Kooperation mit dem Kulturhaus Süderelbe eine Podiumsdiskussion zum Thema Verkehr durchgeführt. Durch die Diskussion führte Carsten Schumacher. Dabei wurden die Baustellen im Süderelberaum thematisiert. Der Bau der A26 West, also die Verbindung zwischen Neu Wulmstorf und Moorburg, steht kurz bevor, erste vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen. Mit der Fertigstellung sei allerdings erst 2025 zu rechnen. Nach Ansicht von Dr. Gudrun Schittek von den Grünen hat Hamburg hier den Bau mit Absicht zeitlich verzögert. Den Naturverbänden hätte man beispielsweise die Vollhöfener Weiden als Ausgleichsfläche anbieten können, hat man aber nicht, weil man hier offenbar andere Pläne hat.

Immerhin ist aber die Baustelle der HPA in Moorburg im Zeitplan. Dort sollte der Verkehr spätestens im April 2020 wieder rollen. Anders auf der A7, wo in den nächsten Monaten zunächst Lamellen ausgebessert und erneuert werden müssen. Dann wird ab dem Spätsommer 2020 die Brückenkonstruktion zwischen Elbtunnel und der Anschlussstelle Heimfeld erneuert, bei der Gelegenheit auch gleich um zwei Fahrspuren erweitert. Um genau diese Baustelle zu entlasten, wird die B73 in Höhe der Waltershofer Straße saniert und provisorisch auf eine größere Belastung durch Umleitungsverkehre hergerichtet. Die Fahrspuren auf der B73 müssen dazu auf jeweils eine Richtungsfahrbahn verengt werden.

Diese Umleitungsverkehre wurden in der Vergangenheit oft über die Route des Ehestorfer Heuweg geleitet. Dieser ist aber nach dem für die Behörde überraschenden Fund von Bergwerksstollen unter der Fahrbahn zunächst voll gesperrt gewesen. In einer mit Spannung erwarteten Veranstaltung der LSBG im Landhaus Jägerhof am 27.1. um 18:30 Uhr wird die LSBG offenbar vorschlagen, die Verkehrsführung von 5 bis 12 Uhr in Richtung Rosengarten und von 12 bis 17 Uhr in Richtung Hamburg zu leiten. Die Anwohner protestieren dagegen. Sie möchten eine Ampelschaltung, auch wenn dies mit Wartezeiten verbunden sein sollte. Gerade vor dem Hintergrund, dass diese Baustelle noch bis 2021 Bestand hat.

Ein Schwerpunkt des Abends war auch der öffentliche Personennahverkehr. Hier wurden übervolle Züge, zu viele Ausfälle, defekte Aufzüge, fehlende Barrierefreiheit, starke Verunreinigungen und schlechter Kundenservice genannt. SPD-Verkehrsexperte Frank Wiesner berichtete davon, dass die Bahn hier mehrere Zuständigkeiten hat und sich erst kürzlich auf politischer Ebene erklären musste. Mit den beschwichtigenden Äußerungen der Bahn sei man übrigens parteiübergreifend unzufrieden. Die Bahn erfülle schlicht ihre Aufgabe nicht zufriedenstellend.

Dr. Kurt Duwe von der FDP sagte wohl mehr aus Spaß, dass er die S-Bahn gegen die U-Bahn tauschen würde. Die fahre einfach pünktlicher und ist sauberer. Den Verantwortlichen müsse mehr Zuverlässigkeit abverlangt werden. „Die Bürger sollten bei der Wahl nicht unbedingt den Juristen aus Altona, sondern besser einen Abgeordneten aus dem Süden der Stadt wählen, die kennen nämlich unsere Probleme“, findet Duwe.

„In Hamburg werden jährlich 10.000 Fahrzeuge neu zugelassen, der Anteil der Fahrräder am Straßenverkehr beträgt gerade mal 8%, da muss die Priorität beim Auto sein, bei aller Sympatie für das Rad. Ich kann mir höchstens einen sportlichen Mittdreißiger vorstellen, der die 30 Km von Neugraben in die City Nord mit dem Fahrrad fährt“, sagt André Trepoll, der für die CDU erneut in die Hamburger Bürgerschaft will.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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Ein Kommentar

  1. Zu meiner Aussage, dass Hamburg den Bau der A26 absichtlich verzögert hat, möchte ich noch Folgendes ergänzen. Olaf Scholz wollte auf den Vollhöfner Wald ( Altenwerder West) an Amazon und Zalando vergeben. Das war der Plan, als das Gebiet 2016 zum Hafennutzungsgebiet erklärt wurde. Ich engagiere mich seit 2015 dagegen, weil ich den Wald erhalten will und weil nicht immer mehr Logistikflächen in Süderelbe gebaut werden sollen. Wir haben bereits genug Verkehr. Amazon ist inzwischen in Winsen und das ist auch gut so. Wenn man damals den Naturschutzverbänden entgegen gekommen wäre, hätte sich der Bau der A 26 nicht immer weiter verzögert und wir hätten längst eine Entlastung im Süderelberaum.

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