Hamburg

Tierschützer rufen zur Großkundgebung vor dem Hamburger Rathaus auf

Demo am 8.2.2020 ab 13 Uhr vor dem Hamburger Rathaus

Neugraben-Fischbek. Dem Versuchslabor in Mienenbüttel des Tierversuchs-Dienstleisters LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG) wurde zwar Anfang des Jahres die Erlaubnis nach § 11 TSchG zur Haltung von Tieren entzogen, allerdings gilt dies nicht für die beiden anderen Standorte, darunter den in Hamburg Neugraben. Tierschützer befürchten auch dort schlimme Haltungsbedingungen und Tierquälerei. 

„Es ist ein Skandal, dass jemand, der in einem Bundesland wegen Tierquälerei keine Tiere mehr halten darf, in einem anderen Bundesland Hallen voller Versuchstiere hält, ohne dass die Behörden schon längst eingeschritten sind“, so Aktivistin Andrea Polat. Nach der Veröffentlichung von Aufnahmen, die ein Undercover-Mitarbeiter der Organisation SOKO Tierschutz heimlich anfertigen konnte, gingen Tierfreunde auf die Straße.

In Neugraben und der Hamburger Innenstadt fanden Demonstrationen mit bis zu 15.000 Teilnehmern statt. Aktivisten verstärkten die schon seit Jahrzehnten regelmäßig stattfindenden Mahnwachen vor allen drei Standorten der Firma. In Mienenbüttel ist diese Mahnwache sogar 24 Stunden täglich ununterbrochen besetzt. Aufmerksam machen wollen die Mahnwächter. Aber auch ganz klar die täglich dort ein- und ausgehenden Angestellten und Zulieferer zum Nachdenken bringen, bestenfalls dazu, die Zusammenarbeit einzustellen.

Nach vielen Anzeigen kam es am 25.11.2019 zu einer konzertierten Aktion (Razzia) der Behörden aller drei zuständigen Bundesländer. Der Landkreis Harburg, zuständig für das Skandal-Labor Mienenbüttel, hatte am 17.01.2020 aufgrund der Auswertung von Bildmaterial, Strafanzeigen und weiterem bei den Durchsuchungen sichergestellten Material entschieden, dem Betreiber die Zuverlässigkeit, die nach dem Tierschutzgesetz für die Haltung von Tieren zu Versuchszwecken (§ 11 TSchG) erforderlich ist, mit sofortiger Wirkung zu entziehen und eine Frist von zwei Wochen gesetzt, alle noch dort befindlichen Tiere abzugeben.

Ab dem 04.02.2020 darf in der Filiale Mienenbüttel kein Tier mehr gehalten werden. Tierschützer fordern die zuständigen Behörden in Hamburg (zuständig für den Unternehmenssitz Neugraben) und Kiel (zuständig für den Standort Gut Löhndorf in Wankendorf / Kreis Plön) auf, jetzt zeitnah die verbliebenen Labore des Unternehmens zu schließen. Der Veranstalter Michael Conrad ruft am 8. Februar zu einer Großkundgebung vor dem Hamburger Rathaus auf. Von 13 – 17 Uhr steht die Veranstaltung unter dem Slogan: „Mienenbüttel reicht uns nicht“.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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Ein Kommentar

  1. Alle LPT Labore müssen geschlossen werden, das Neugraben noch immer im Betrieb ist, ist eine Hamburger Schande.
    Es dauert viel zu lange in Neugraben und auch in Schleswig Holstein, für LPT und dessen Betreiber sollte sofort Schluss sein.
    Jeder Tag an dem im LPT Tiere immer noch herhalten müssen nach dem was bekannt geworden ist, ist es eine Zumutung zu wissen das dort der Betrieb immer noch läuft.
    Das sind die Momente in denen man an der Justiz und unseren Gesetzen (ver) zweifeln könnte.

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