GesundheitNeu Wulmstorf

Üben, üben, üben!

Druck rausnehmen, wenn man zu schnell kommt

Neu Wulmstorf. Gabriele Golling beschäftigt sich beruflich mit dem Thema Sex. Und im persönlichen Gespräch merkt man sofort, es bringt ihr Spaß. Dabei ist das Thema für viele ihrer Klienten unangenehm und der Grund des Kontaktes zu ihr oft handfest. Als Sexualtherapeutin redet Gabriele Golling nicht lange um den heißen Brei. Zwar ist ihre Sprache für viele überraschend direkt, doch schnell erkennt man, dass es genau auf diese Problem fokussierende Sichtweise ankommt.

Ein eben aus dem Teenageralter entwachsener junger Mann, der bei dem Verkehr mit seiner Freundin keine Erfüllung spürt, ist eines von vielen Beispielen. Zwar haben die beiden frisch verliebten regelmäßig und viel Sex, doch er kommt immer zu schnell. Überdies hat der junge Mann das Gefühl, sie wenig zu spüren. “Hier war Teil der Lösung, dass sich der junge Mann beim onanieren selbst immer sehr hart am Glied angefasst hat. Es kam für ihn darauf an, zu üben. Er bekam die Aufgabe, seinen Schaft sanfter zu behandeln, fortan gelang es ihm immer besser, seinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden”, so die Sexualtherapeutin.

Eins ist klar, berichtet Golling. In Wirklichkeit liegen die Probleme nicht so Prominent auf dem Tisch. Es Bedarf tiefgründiger Gespräche und das Überwinden von Schamgefühlen. Doch wenn das gelingt, kann man auf einen überraschend anderen Blick auf sein Sexualleben einnehmen.

Im Training bleiben!

“Es kommt darauf an, die Wechselwirkungen des eigenen Körpers wahrzunehmen und ein Bewusstsein dafür zu bekommen, wie Stresssituationen und Erwartungsdruck die eigene Sexualität beeinträchtigen”, sagt Golling. Die 48-jährige vergleicht das mit dem Fußball: Wer in der Kreisklasse trainiert und am sonntäglichen Punktspiel Traumergebnisse erwartet, wird womöglich bitter enttäuscht. Hingegen, wer in der ersten Bundesliga trainiert, bereitet sich Mental auf das Punktspiel vor und weiß genau, worauf es im Training ankommt. Hier wird täglich trainiert und nicht nur einmal pro Woche. Man kennt den “Gegner” und seine Stärken. Beim Spiel wird man deswegen seiner eigenen Erwartung eher gerecht.

“Zu mir kommen viele Menschen, die vorher beim Arzt waren und medizinisch nicht weiter kommen oder auch jene, die sich ihrer Probleme genau bewusst sind”, summiert Golling, die zweimal monatlich zu festen Zeiten im Rising Soul Center (Grenzweg 23, 21629 Neu Wulmstorf) vor Ort ist. Bis man soweit ist, dass man diese Zusammenhänge erkennt bekommt man bei Bedarf auch praktische Übungen an die Hand. 3-4 Sitzungen sollte man schon einplanen, sagt Golling. Doch die werden garantiert nicht langweilig und bieten eine Menge an Selbsterkenntnis und Achtsamkeit im Umgang mit sich, was selbstredend auch einem eventuell vorhandenem Partner*in zugute kommt. Manchmal reicht schon ein erstes Erkennen der Zusammenhänge für eine Erleichterung – mit praktischen Übungen ergänzt tritt dann nach einigen Sitzungen auch oft die Verbesserung ein.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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