EhrenamtHeimfeld

Wenn das Leben zu Ende geht, sind sie an der Seite

Ehrenamtliche helfen beim Abschied nehmen

Heimfeld. Es sind beeindruckende 54 ehrenamtliche Helfer, die dem Hospizverein Hamburger Süden e.V. die Treue halten. Sie alle werden von drei hauptberuflich tätigen Koordinatoren in die jeweils am Besten passende Betreuung entsendet. Die „Chemie“ zwischen den kranken und sterbenden Menschen und dem Betreuenden sollte stimmen, damit die verbleibende Lebenszeit eine würdevolle Atmosphäre erhält. Im Mittelpunkt der Betreuung steht dabei der sterbende Mensch mit seinen Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen.

Gabriela Henschen bringt es im Rahmen eines Pressegespräches auf den Punkt: „Die Betreuenden haben alle ein großes Herz und offene Ohren“. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter nehmen an regelmäßigen Schulungen teil, so dass sie Bedürfnisse gut erkennen und einen achtsamen Umgang pflegen können. Zwar erhält der Verein Vergütungen durch die Krankenkassen, jedoch können viele Dinge nur durch Spenden finanziert werden. Deshalb freut sich der Hospizverein über jede Unterstützung, auch in Form von Fördermitgliedern und engagierten Helfenden.

Gabriela Henschen

„Und trotzdem ist die Unterstützung für den Menschen, der sich an uns wendet, völlig kostenlos“, sagt die Koordinatorin Gabriela Henschen. Das gilt übrigens auch für behinderte Menschen, die eben die selben Wünsche und Bedürfnisse haben. Deshalb arbeitet der Verein auch mit Organisationen zusammen, die sich der Lebenshilfe für Behinderte verschrieben haben und unterstützt neben des sterbenden Menschen auch dessen Angehörige und das Umfeld, wie etwa Betreuende der Einrichtungen.

Zu den regelmäßigen Unterstützern gehört auch der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi. Er möchte sich im Bundestag für einen Wunsch des Vereins einsetzen. Für Trauernde sieht der Gesetzgeber nämlich keine finanzielle Unterstützung vor. Das wäre aber für die Arbeit der zahlreichen ambulanten Hospizvereine in Deutschland wirklich nötig.

Zu den Angeboten des Vereins gehören auch Trauercafés, die mittlerweile in mehreren Stadtteilen im Hamburger Süden stattfinden oder auch ein „Letzte Hilfe“ Kurs, bei dem der Umgang mit dem Thema Tod im Mittelpunkt steht. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Vereins.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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