Politik

Täglich fallen auf den Linien S3/31 sieben Züge aus

Harburg. Rund 80.000 Reisende und Pendler nutzen täglich den S-Bahn-Haltepunkt sowie den Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Harburg. Viele von ihnen klagen über verdreckte Bahnsteige und ständige Zugausfälle. Eine Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 21/19913) der Harburger CDU-Abgeordneten Birgit Stöver ergab, dass der subjektive Eindruck nicht täuscht: Allein in den ersten vier Kalenderwochen 2020 kam es demnach auf den Linien S 3 und S 31 zu 214 Zug-Ausfällen und 249 Teilausfällen. Das entspricht mehr als sieben Gesamtausfällen plus rund neun Teilausfällen pro Tag.

„Hier wird das gesamte Versagen des Senats beim Öffentlichen Personennahverkehr deutlich“, ist Birgit Stöver entsetzt. „Die Senatsantwort ist ein Armutszeugnis für Rot-Grün. Ein Umsteigen vom Auto auf die Bahn bedeutet bei dieser Unzuverlässigkeit Russisch Roulette für die Pendler: Sie wissen nie, ob ihr Zug kommt oder nicht.“

Hinzu kommt, dass auch das Warten am Bahnhof keine Freude ist, sondern schon fast ein gesundheitliches Wagnis, wie aus der Senatsantwort hervorgeht: Demnach versucht die DB AG seit mehr als zehn Jahren, die Taubenpopulation am Fernbahnhof einzudämmen, leider ohne langfristigen Erfolg. In der Senatsantwort kündigt der Senat nun an, dass „insbesondere die Reinigungsintensität deutlich erhöht werden“ soll. „Warum wurde sie nicht schon längst erhöht?“, wundert sich Birgit Stöver. Schließlich könnten durch Tauben diverse Krankheiten übertragen werden wie die Toxoplasmose oder auch die Ornithose.

Hintergrund für die hohe Taubenpopulation im Fernbahnhof ist auch, dass die Tiere „stets weitere Zufluchtsorte suchen“, wie die Senatsantwort schildert. Die Tauben sitzen beispielsweise auf herunterhängenden Elektrokabeln oder auch auf Bauzäunen. „Ein Abschluss der Sanierungsarbeiten ist auch deswegen dringend notwendig“, betont Birgit Stöver.

Doch auch diesbezüglich gab es in der Vergangenheit immer wieder Verschiebungen – z.Zt. sind es Erdungsprobleme, weswegen die Sanierung nun „voraussichtlich“ erst 2021 abgeschlossen sein soll. Dabei ist der Harburger Bahnhof bundesweit der einzige mit Erdungsproblemen. Birgit Stöver: „Unfassbar, das ist für die Pendler und Reisenden eine Zumutung – immer wieder wird um Geduld gebeten und der Abschluss der Arbeiten nach hinten verschoben.“ /pm

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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