Wirtschaft

Kita-Streik beim DRK – Gewerkschaft will mehr Wertschätzung

Harburg. Die Pressemitteilung des DRK schlug hohe Wellen bei den Beschäftigten der DRK Pädagogik gGmbH. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten hat nach Angaben der Ver.di heute die Arbeit niedergelegt. Seitens der Elternschaft sei der Zuspruch groß gewesen. Das DRK bedauerte, dass mit der Ver.di keine Notdienstvereinbarung getroffen werden konnte. Dazu die Ver.di Sprecherin Hilke Stein: “ Der Arbeitgeber ist aber dennoch frei, eine Notbetreuung zu organisieren, z.B. mit nicht Streikwilligen Kolleginnen und Kollegen. Es darf nur niemand zum Notdienst verpflichtet werden. Von den Eltern haben wir sehr viel Verständnis für die Notwendigkeit des Streikes und Zuspruch bekommen.“

Die Ver.di Sprecherin kontert auch den Vorwurf der DRK, wonach der Geschäftsführer Harald Krüger davon spricht, dass es unwahr sei, dass pädagogische Beschäftigte beim DRK Hamburg-Harburg grundsätzlich weniger verdienen würden als bei anderen Trägern: “ Wir haben nicht behauptet, dass Gehälter oder Sozialleistungen gekürzt worden sind. Wahr ist allerdings, dass bei der DRK Pädagogik gGmbH keine Tarifbindung existiert, weder an den DRK-Reformtarifvertrag noch an einen anderen. Tarifgebundene Träger in Hamburg zahlen ALLE mehr als das DRK Hamburg-Harburg. Freie Träger orientieren sich meist an der Vergütung der Elbkinder, die den TV AVH für Kitas anwendet. Beim Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes sind die Kitas (DRK KiJu) tarifgebunden an den DRK Reformtarifvertrag. Dort bekommen sie allerdings auch eine Jahressonderzahlung  und haben eine niedrigere Arbeitszeit.“

Für Harald Krüger kommt der Warnstreik überraschend, wie in der Pressemitteilung verlauten lässt. Dies würde auch die Verhandlungen belasten. “ Dennoch haben wir nach fünf Verhandlungsterminen kein annehmbares Angebot, sondern einen Verhandlungsstand, der noch unterhalb des (für Hamburger Verhältnisse niedrigen) DRK Reformtarif liegt.“, heißt es seitens der Ver.di.

Während es dem DRK darum geht, beispielsweise die Anerkennung von Berufserfahrung einvernehmlich und verlässlich zu regeln, steht für die Ver.di die Aufwertung und die vergleichbare tarifliche Regelung einer ganzen Branche im Vordergrund. Die Gewerkschaft wünscht sich dabei auch einvernehmliche Regelungen auf Branchenniveau und vernünftige Übergangsregelungen. Für die nächsten Tage gibt es Entwarnung: „Zunächst ist kein weiterer Streik geplant, ob es dazu kommen wird, hängt von der weiteren Verhandlungen ab.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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