Neugraben-Fischbek

LPT-Labor: Warum schweigt die Stadt sich aus?

Neugraben-Fischbek. Rund um den behördlich durchgesetzten Entzug der Betriebserlaubnis des LPT-Labors in Hamburg-Neugraben rumort es. Wie bekannt wurde, hat Eigentümer Jost Leuschner Klage gegen die Schließung des LPT-Standorts Mienenbüttel eingereicht. Ob die Entscheidung der Behörde auch in Hamburg angefochten wird, konnte am Freitag nicht bestätigt werden. Klar ist aber, seit dem Entzug der Betriebserlaubnis verweigern die Hamburger Behörden jedwede Stellungnahme. Auch Auskünfte zum Verbleib der Tiere gibt es nicht. Für die Aktivisten der Mahnwachen am LPT-Labor ein Grund um zu bleiben. Spätestens am heutigen Freitag hätte das Labor die Tiere abgeben müssen, was nach Aussagen der Tierschützer nicht geschehen ist.

Dabei geht es auch deutlich transparenter, wie die niedersächsische Behörde es vorgemacht hat. Dort gab es nach der Schließung des LPT-Mienenbüttel keine Frage, die nicht beantwortet wurde. Insbesondere hat man darüber aufgeklärt, welche behördlichen Maßnahmen erfolgt seien und wie der Verbleib der Tiere geregelt werde. Das alles ist in Hamburg hinter einem Vorhang des Schweigens geblieben.

Dieses Verhalten führt bei den Aktivisten für den Tierschutz zu Misstrauen. Sind die Versuchstiere des Labor LPT in Neugraben verloren? Sind sie vielleicht nie an „geeignete Dritte“ abgegeben worden? Auf Angebote verschiedener Organisationen an das LPT, darunter der Deutsche Tierschutzbund, reagierte das Labor – nach Informationen von Aktuelles aus Süderelbe – jedenfalls nicht.

Am heutigen Freitag kam es deshalb erneut zu Mahnwachen am Standort des Labors am Redderweg sowie auch in der Nähe des Hauses von Jost Leuschner in der Waldfriedensiedlung. Dort haben sich gegen 17:30 Uhr Aktivisten zum stillen Protest eingefunden. Obwohl der Protest der Tierschützer seit Jahren immer friedlich verlief, haben sich Zivilfahnder um den Objektschutz des Privathauses des LPT-Inhabers bemüht.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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3 Kommentare

  1. Es ist typisch für die Stadt Hamburg, sich beim Thema „Tierversuche“ einfach nur wegzuducken. Bereits vor fünf Jahren hatte ich eine diesbezügliche Petition an Senatorin Prüfer-Storcks und Bürgermeister Scholz gerichtet – Beide weigerten sich, diese beim Stand von 32.000 Unterschriften anzunehmen. Nach dem Wechsel im Senat änderte ich die Petitionsempfänger auf Senatorin Fegebank und Bürgermeister Tschentscher – auch diese beiden weigerten sich, die Petition beim Stand von nunmehr 98.000 Unterschriften persönlich anzunehmen und zu kommentieren. http://chng.it/V9yBCcqj

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