Landkreis Harburg

Landkreis-Feuerwehren ziehen Bilanz

Ohlendorf. Von einem erneuten Rückgang der Einsatzzahlen für die 107 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Harburg berichtete Kreisbrandmeister Volker Bellmann im Rahmen der Dienstversammlung aller Orts-, Stadt- und Gemeindebrandmeister am Wochenende im Schützenhaus in Ohlendorf. Insgesamt mussten die Feuerwehren letztes Jahr zu 2.625 Brand- und Hilfeleistungseinsätzen ausrücken ( 2018 : 2.653 ). Dazu wurden die Feuerwehren insgesamt 3.706 mal alarmiert ( 2018 : 4.435 ). Die Einsätze unterteilen sich dabei in 886 Brände ( 2018 : 910 ), zu denen insgesamt 1.551 Feuerwehren alarmiert wurden ( 2018 : 1.782 ) sowie 1.739 Hilfeleistungen ( 2018 : 2.181 ) mit 2.155 alarmierten Feuerwehren ( 2018 : 2.563 ).

Bei allen Brand- und Hilfeleistungseinsätzen retteten die Feuerwehrleute 440 Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen, ein Jahr zuvor waren es 452 Menschen. Für 35 Menschen kam trotz schnellen Einsatzes jegliche Hilfe zu spät ( 2018 : 43 ). Weiter retteten die Feuerwehrleute 30 Tiere aus Notsituationen, ein Tier konnte dagegen nur noch geborgen werden. Erneut einen Löwenanteil bei den Brandeinsätzen machten ausgelöste Brandmeldeanlagen aus, hier wurden die Feuerwehren an insgesamt 198 Einsatzstellen tätig. Auch bei insgesamt 16 Großbränden wurden die Feuerwehren im vergangenen Jahr tätig. Einmal mehr ein Einsatzschwerpunkt waren wieder die Hilfeleistungen bei schweren Verkehrsunfälle. Bei insgesamt 76 Einsätzen mussten eingeklemmte Personen nach Verkehrsunfällen durch die Feuerwehren befreit werden. Ebenfalls sehr hoch ist die Anzahl der Notfalltüröffnungen,  hier wurden die Feuerwehren bei insgesamt 244 Einsätzen gefordert.

Die vier „Helfer vor Ort“ Gruppen aus Regesbostel, Undeloh, Vahrendorf/Sottorf und Wistedt absolvierten letztes Jahr 110 Einsätze bei Erstversorgungen. Eine Unterstützung für den Rettungsdienst in Form einer Tragehilfe leisteten die Kräfte bei weiteren 92 Einsätzen. Rückläufig war im vergangenen Jahr die Anzahl an Hilfeleistungen bei Windbruch. 178 Einsätze galten dabei auf Straßen und Wegen liegenden Bäumen, 21mal waren Hausdächer von umgestürzten Bäumen betroffen, und in 102 Fälle mussten gefährdete Bäume beseitigt werden.

Mehr als 80mal wurden die Kräfte auch bei überfluteten Kellern und Straßen tätig.  Bellmann betonte, dass die Feuerwehren auf einem sehr guten Ausbildungs- und Ausrüstungsstand sind und für alle auftretenden Einsatzszenarien sehr gut vorbereitet sind. Dazu bei tragen auch viele umfangreiche Übungen innerhalb der Kreisfeuerwehrbereitschaft, teils auch in benachbarten Landkreisen. Aber auch die Indienststellung einer modernen Brandsimulationsanlage an der Feuerwehrtechnischen Zentral ein Hittfeld, einhergehend mit der Modernisierung der bisherigen Atemschutzübungsstrecke, fördert die gute Ausbildung in den Feuerweheren. Hier dankte der Kreisbrandmeister den Verantwortlichen der Kreisverwaltung mit Landrat Rainer Rempe an der Spitze.

Als sehr erfreulich bezeichnete der Kreisbrandmeister die personelle Situation bei den Feuerwehren. Mit 4.996 aktiven Männern und Frauen wurde der positive Trend der Vorjahre weiter fortgesetzt. Im vergangenen Jahr kamen 128 neue Mitglieder in die aktiven Feuerwehren und unterstützen die Einsatzabteilungen. Waren 2005 noch 4.548 aktive Männer und Frauen dabei, so ist die Zahl der Aktiven von 2005 bis heute um mehr als 450 Aktive gestiegen. Damit liegen die Feuerwehre im Landkreis Harburg weiter auf einem Gegentrend im Vergleich zu Niedersachsen. In den Jugendfeuerwehren sind weiterhin 1 521 Jugendliche aktiv, und in den Kinderfeuerwehren engagieren sich 524 Kinder, diese Zahl wird weiter steigen, da schon demnächst weitere Gründungen von Kinderfeuerwehren zu erwarten sind. Im den Musikabteilungen sind 154 Musiker aktiv, und komplettiert wird die Zahl der Mitglieder durch die 1 564 Mitglieder in den Alters- und Ehrenabteilungen. 

Abgerundet wurde die Versammlung im Ohlendorfer Schützenhaus durch einen Vortrag des Superintendenten des Kirchenkreises Hittfeld, Dirk Jäger. Dieser stellte die Arbeit der psychosozialen Nachsorge für Helfer vor und referierte über die Einführung einer solchen, spezielle Hilfe für Helfer auch für die Feuerwehren des Landkreises Harburg.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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