Kultur

Neues Projekt sucht unentdeckte Publikationen aus und über Harburg: Die Har-Bücherei

Harburg. Was wurde eigentlich alles über Harburg geschrieben und wer hat in Harburg eigentlich alles geschrieben? Diese simple Frage stellten sich Prof. Dr. Peter Hornberger, Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins Harburg Stadt und Land e.V. und Heiko Langanke, lange Kulturaktivist in Harburg und aktuell Vorsitzender des Kulturausschusses in der Harburger Bezirksversammlung, als sie kürzlich ins Gespräch kamen.

Während Peter Hornberger feststellen musste, dass doch immer wieder engagierte Bürgerinnen und Bürger in Nachlässen Bücher zu Harburg fanden und an ihn herantraten, ob das Stadtmuseum Harburg nicht weitere Verwendung hier für fände, stieß Heiko Langanke durch das Programm der aktuellen SuedLese-Literaturtage wieder mal darauf, wie viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der eigenen Nachbarschaft wirkten und dabei ihre Werke der breiten Öffentlichkeit Harburgs kaum ins Bewusstsein stießen.

„Wir wäre es, hier einen Bestand systematisch zu sammeln und Interessierten zugänglich zu machen“, so Hornberger im Gespräch. „Die Idee hatte ich auch schon mal“, so Langanke. „Es gibt viele Werke etwa über die Geschichte Harburgs, die aber nur bei intensiver Suche entdeckt werden können. Dabei können sie einen großen Beitrag leisten, zu dem was man gemeinhin  ́Identitätsstiftung ́ nennt.“ Gesagt, getan: als sie sich zum Thema trafen, wurde ihnen schnell bewusst: hier muss was geschehen.

Noch ist die Idee in ihren Anfängen und doch ist klar: sowohl im Stadtmuseum Harburg als auch in der Geschichtswerkstatt Harburg, dem Archiv Süderelbe in Neugraben aber auch dem Literaturverlag von „Alles wird schön“ (AWS Lit) wie auch in vielen privaten Beständen schlummern Harburger Buch-Schätze, die es zu heben gilt. Dabei wollen die beiden bei seltenen Exemplaren den Versuch unternehmen, je ein Exemplar im Bestand zu halten und je nach Verfügbarkeit zu digitalisieren und zu erfassen, so dass es der Nachwelt zumindest in digitaler Form erhalten bleibt.

Aber bei mehreren Exemplaren soll es auch möglich werden, sich eines zu leihen. „Mit der Harburger Kunstleihe haben wir es sogar mit Kunstwerken geschafft, den Harburger Kreativen mehr Geltung zu verschaffen. Da dürfte es für den Bereich Bücher doch erst recht möglich sein“, so Langanke. Peter Hornberger und Heiko Langanke rufen nun alle Harburger Interessierten auf, Bücher, die sie über Harburg oder aus der Feder von Harburger Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben und eventuell keine weitere private Verwendung mehr haben, dem Projekt zur Verfügung zu stellen. Als Kontakt bietet sich Dr. Peter Hornberger vom Museumsverein per E-Mail an Museumsverein@amh.de. Gesucht werden Geschichtsbücher aber auch jegliche Form von Literatur, die von Schriftstellenden aus Harburg publiziert wurden. 

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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