FreizeitKultur

Kunststätte Bossard erweitert das Online – Angebot

Jesteburg. Die handschriftliche Rezeptsammlung von Wilma Krull ist zurück an die Kunststätte Bossard gekehrt. Die ältere Schwester von Jutta Bossard (geborene Krull) übernahm ab 1929 den Haushalt des Künstlerehepaares in Lüllau – Wiedenhof und war fortan bis zu ihrem Tod (1979) für das Kochen und Backen im Künstlerhaushalt zuständig. Unter den Rezepten von Wilma Krull befinden sich viele Süßspeisen und Kuchen, aber auch Fleisch – und Fischrezepte, etwa Rebhühner mit Sellerie oder Frikassee von jungen Hühnern. Die Kunststätte Bossard präsentiert ab April 2020 aufgrund des Coronavirus das Museum verstärkt online und gewährt Interessierten ganz besondere Einblicke. Es wird Geschichten, Mitmachaktionen und Kurzvideos rund um das Museum geben. So werden regelmäßig Rezepte aus der „Rezeptsammlung von Wilma Krull“ via Facebook und auf der Homepage der Kunststätte ( www.bossard.de ) zum Nachkochen und -backen veröffentlicht.

Ein Rezeptbuch mit regionalem Essen

Das Kochen erlernten die Krull – Schwestern von einer dänischen Köchin, einem Fräulein, genannt „Fröken“, im Haushalt ihrer Tante Bertha Krull. Die Rezeptsammlung von Wilma Krull zeigt eine sparsame Haushaltsführung, Einblicke in die damalige norddeutsche Küche, aber auch in die um 1900 aufkommende Lebensreform, die eine gesunde und naturnahe Lebensweise anstrebte. In diesem Sinne war nicht nur die Kunst, sondern auch die Landwirtschaft und Selbstversorgung ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Zusammenlebens für Johann und Jutta Bossard und Wilma Krull an der Kunststätte. Gemeinsam bauten sie Gemüse und Obst an, ernteten Buchweizen, Mais und Mengkorn, hielten Nutztiere wie Hühner, Gänse, Milchschafe oder Heidschnucken oder kümmerten sich um ihre Bienen im Klostergarten. Die erwirtschafteten Erzeugnisse wurden im damaligen Speiseplan verarbeitet und mit regionalen Produkten von benachbarten Bauern ergänzt. Gisela Bauer, die als Kind oft bei Familie Bossard zu Besuch war, erinnert sich gerne an die selbst gebackenen Kuchen und Salate von Wilma Krull: „Sie war in der Küche eine Zauberin.“ Die Rezeptsammlung wurde der Kunststätte Bossard von Wilma Krulls Großnichte Martina Wohlthat geschenkt.

Weitere Online–Angebote

Die Kunststätte Bossard ist, um eine rasche Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, vorerst bis zum 19.4.2020 geschlossen. Aus diesem Grund baut das Museum sein Online-Angebot sukzessive aus. Den Anfang machen das „Kunstwerk des Monats“ als Videoversion auf Instagram und die „Rezeptsammlung von Wilma Krull“ mit einem Kuchenrezept. Museumsleiterin Dr. Gudula Mayr wird „Geheime Orte“, die Museumsbesucher normalerweise nicht zugänglich sind, u. a. die Schatzkammer über dem Eddasaal oder die Aussichtsterrasse auf dem Wohn- und Atelierhaus in Kurzvideos exklusiv präsentieren. Darüber hinaus werden kleinen und großen Fans der Kunststätte Mitmach – und Rätselspaß geboten. Ein Besuch auf der Homepage www.bossard.de lohnt sich!

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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