BlaulichtNeugraben-Fischbek

Prozess beendet: Acht Jahre Haft für Mohammed A.

Neugraben-Fischbek. Er hat eine ungeheuerliche Brutalität an den Tag gelegt und dem Opfer derart zugesetzt, dass der Blutverlust extrem groß war. Noch während sein Opfer im Sterben liegt, schaut der 38-jährige Pornos auf seinem Handy. Was wie die Einleitung in einen mittelmäßigen Dienstagabendkrimi anmutet, ist bittere Realität. Am heutigen Dienstag endete der Prozess gegen den Algerier, der am frühen Morgen des 19. Juni 2019 sein Opfer an einem Grünstreifen in Fischbek verscharrte.

Am späten Abend des Vortages traf er wie schon Gelegentlich auch in den Monaten zuvor auf sein späteres Opfer. Josie kannte ihren Mörder gut. Sie hatten in der Vergangenheit mehrfach einvernehmlichen Sex. Es ist ein grausamer Zufall, dass die beiden am Tag der Tat noch einmal aufeinander trafen, denn Josie hatte die Gastwirtschaft – wie auch die Wirtin – bereits verlassen, als Mohammed A. spät in der Nacht mit der Reinigung der Räumlichkeiten beginnen wollte.

Plötzlich stand Josie wieder in der Tür. Man genoss bei geschlossener Tür die Zweisamkeit. Tanzte ausgelassen, betrank sich und nahm, wie man nach der Gerichtsverhandlung vermuten muss, auch Drogen zu sich. Sichergestellte Videoaufnahmen zeigen, wie der Täter eine Zurückweisung in Form eines Verletzung mit einem Messer an Mund und Hand auf einen Annäherungsversuch erfuhr. War es die Demütigung, die ihn ausrasten ließ? Fest steht, dass der Algerier sein Opfer auf dem WC brutal zu Tode stieß und eine schwere Kopfverletzung beibrachte.

Hinterher setzt sich der 38-jährige in Boxershorts auf einen Hocker hinter dem Tresen, schenkt sich Whisky ein und schaut auf seinem Handy Pornos. Währenddessen entdeckt der Täter die Überwachungskameras, die er eigentlich kannte. Er ging in den Raum, wo sich die Anlage befand und drehte die Sicherung raus. Ab dem Zeitpunkt gibt es keine Aufnahmen mehr, doch was der Algerier nicht wusste, war die Tatsache, dass die Videos in einer „Cloud“ gespeichert werden und somit vor seinem Zugriff geschützt waren.

Es ging bereits die Sonne wieder auf, als der Täter den leblosen Körper von Josie einige Meter entfernt unter einem Busch in einem Grünstreifen verscharrte. Auf seiner Rückkehr zur Gastwirtschaft traf Mohammed A. überraschend auf den Lebensgefährten der Wirtin, der zuvor in der Gastwirtschaft war und die Blutlachen entdeckt hatte. Ihm gegenüber behauptete der 38-jährige, es sei zu einer Schlägerei gekommen und er habe mit der Schubkarre ein zerbrochenes Regal entsorgt.

Als der Lebensgefährte später mit seinem Fahrzeug losfährt, beschlich ihn das Gefühl, dass es irgendwie nicht stimmig sei. Er informierte die Polizei, die daraufhin in die Gastwirtschaft fuhr. Dort angekommen war schnell klar, dass sich hier schlimmes abgespielt haben muss. Der Täter, der in einer Wohnanlage an der Hauptstraße in Neu Wulmstorf lebte, konnte einen Tag nach der Tat in Buxtehude festgenommen werden.

Nach mehreren Verhandlungstagen ist das Gericht heute zu einem Urteil gekommen. Der Staatsanwalt forderte neun Jahre Haft, der Anwalt des Angeklagten hatte auf sechs Jahre plädiert. Das Gericht entschied auf acht Jahre Haft für den in Deutschland geduldeten Algerier.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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