HarburgVerkehr

Nach Raserei auf der B75 beschlagnahmt die Polizei Auto und Führerschein

Harburg. „Von 245 Pferdestärken auf Null: Wie ein BMW-Fahrer am Freitagabend in Harburg zum Fußgänger wurde“, lautete die Pressemitteilung der Polizei Hamburg, aus der man zwischen den Zeilen eine gewisse Schadenfreude heraushören möchte.

Am Freitagabend hatten Beamte der Kontrollgruppe „Autoposer“ der Verkehrdirektion 3 mit ihrem zivilen Polizeifahrzeug die B75 aus Hamburg kommend befahren. Kurz vor der Ausfahrt Harburg-Mitte wurden sie von einem BMW 428i sehr zügig überholt. Die dortige Höchstgeschwindigkeit war aufgrund einer Baustelle auf 60 Km/h reduziert. Die Beamten verfolgten das Fahrzeug und stellten eine Geschwindigkeit von 123 Km/h fest.

Vor den Augen der Beamten drängte der Fahrer dann einen vorausfahrenden Passat zu einem Spurwechsel. Trotz mehrfacher Fahrbahnverschwenkungen beschleunigte der Fahrer den BMW weiter. Die Beamten dokumentierten bei weiterhin zulässigen 60 km/h eine gefahrene Höchstgeschwindigkeit von 138 km/h. Dabei überholte der BMW mehrere andere Autos. Im Übergang zur Hohen Straße überholte der BMW kurz vor einer Fahrbahnverengung mit hoher Geschwindigkeit schließlich noch ein weiteres Auto. Dessen Fahrer konnte einen Zusammenstoß der Fahrzeuge durch ein ruckartiges Lenkmanöver und ein Abbremsen verhindern.

Die Beamten stoppten den BMW und überprüften den Fahrer, einen 33-jährigen Deutschen. Noch am Kontrollort hielten die Beamten telefonisch Rücksprache mit dem zuständigen Bereitschaftsdienst der Staatsanwaltschaft, der wiederum den zuständigen Bereitschaftsrichter kontaktierte. Dieser erließ sofort einen Beschluss zur Beschlagnahme sowohl des BMW als auch des Führerscheins. Für den 33-Jährigen endete die Fahrt damit in der Hohen Straße.

Der Autofahrer muss sich wegen des gezeigten Fahrverhaltens nun strafrechtlich verantworten. Neben dem Vorwurf eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens als Alleinfahrer besteht auch der Verdacht der Nötigung im Straßenverkehr. Die weiteren Ermittlungen hierzu dauern an und werden von Beamten der Verkehrsstaffel Ost (VD 32) geführt.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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