Hamburg

Die Linke: HVV stiehlt sich aus seiner Verantwortung in Sachen Infektionsschutz – zu Lasten der Fahrgäste

Hamburg. „Es gibt die ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen – und das bedeutet, dass in Sachen Hygiene auf einige Bereiche neue und größere Verantwortung und Herausforderungen zukommen“, so Jörn Lohmann, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE in der Bezirksversammlung Harburg. „Wenn wieder mehr Menschen zur Arbeit, Schüler langsam wieder in die Schulen und Menschen in die geöffneten Läden gehen, bedeutet das, dass wieder mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Deshalb steht der HVV in besonderer Verantwortung, für ausreichend Hygiene zu sorgen, damit sich das Corona-Virus nicht wieder vermehrt verbreitet.“

„Es ist erfreulich, dass das öffentliche Leben wieder ein Stück weit angeschoben wird. Wir müssen aber alles daransetzen, dass der positive Trend, der dies ermöglicht hat, sich nicht wieder umkehrt. Die Verkehrsmittel des HVV sind ein möglicher Ort der Infektion mit dem Virus“, so Michael Schulze, Mitglied der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksversammlung Harburg. „In Bussen und Bahnen stehen die Menschen dichtgedrängt, halten sich an den Haltestangen und -griffen fest, betätigen die Halteknöpfe und Türöffner – das sind potentielle Übertragungsorte. Da muss der HVV regelmäßig und gründlich desinfizieren“, fordert Schulze.

Dies sieht der HVV wohl anders. „Der HVV sagt auf seiner Webseite, dass für eine wirksame Desinfektion alle Oberflächen in allen Fahrzeugen nach jeder Berührung sofort gereinigt werden müssten und dass dies leider nicht machbar sei“, so Schulze. „Da stiehlt sich der HVV einfach aus seiner Verantwortung den Fahrgästen gegenüber. Natürlich ließe sich das mit mehr Personal machen. Aber während alle in dieser Krise zum Teil sehr tiefe, auch und gerade finanzielle, Einschnitte hinnehmen müssen, ist man beim HVV anscheinend dazu nicht bereit“, kritisiert Schulze.

„Stattdessen gibt der HVV den fast schon zynischen Ratschlag: Wenn möglich, achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zu anderen Fahrgästen. Wie soll das denn in voller S- Bahn oder vollem Bus gehen – oder will der HVV eine rigide Fahrgastbeschränkung einführen und den Rest draußen an den Haltestellen einfach stehen lassen?“ Jörn Lohmann ergänzt: „Ich fordere vom HVV, dass er ein schlüssiges Hygienekonzept vorlegt und umsetzt, wie es auch von anderen Unternehmen erwartet wird.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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