HarburgWirtschaft

Erfolgsmodell Harburg-Huus steht vor dem Aus

Harburg. Erst 2018 hat die Obdachlosenunterkunft am Rande der Außenmühle ihren Dienst aufgenommen. Bereits im ersten Jahr gab es 4000 Übernachtungen. Das macht eindrucksvoll deutlich, wie groß der Bedarf an Schlafgelegenheiten und der Körperpflege von Wohnungslosen auch im Hamburger Süden ist. Die Einrichtung trifft deshalb nicht nur auf das Wohlwollen der meisten Politiker im Harburger Bezirksparlament, sondern genießt nach so kurzer Zeit bereits einen guten Ruf in der Bevölkerung.

Mit der Schaffung eines vereinfachten Bebauungsplanentwurfes für das Gebiet zwischen Winsener Straße und der Rote-Kreuz-Straße entlang der Hohen Straße wollte die Bezirksverwaltung eine Möglichkeit schaffen, Wohnungsbau, gewerbliche Nutzung und soziale Einrichtungen an dieser Stelle zu sichern. „Nach entsprechenden Zusagen des interessierten Investors, ist das Konzept von der Bezirksversammlung einstimmig beschlossen worden“, weiß Ralf-Dieter Fischer (CDU) zu berichten.

Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass der Investor nunmehr der Einrichtung des DRK den unbefristeten Mietvertrag zum 15. April 2021 gekündigt hat. Einer ehemals gegebenen Zusage, nach einer Alternativlösung zu suchen, hat der Investor gegenüber dem Vorstand des DRK-Harburg kürzlich überraschend eine Absage erteilt.

Die Pressemitteilung der CDU-Fraktion könnte deutlicher nicht werden: „Die CDU-Fraktion wird, wie der Fraktionsvorsitzende Ralf-Dieter Fischer unmissverständlich erklärt, einem erforderlichen neuen Bebauungsplan Wilstorf 43 nicht zustimmen, sofern der Investor die bisherigen Zusagen und eindeutigen Erklärungen nicht einhalten sollte.“, heißt es dort.

In das gleiche Horn stoßen aber auch die Regierenden:“ Selbstverständlich kommt es auch für uns und für die Grünen nicht in Betracht, dass das Harburg Huus gefährdet wird.“ sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Richter. Die Regierungskoalition wird alles dafür tun, den langfristigen Erhalt des Harburg-Huus an diesem Standort zu sichern, dies wolle man zum Teil des städtebaulichen Vertrages mit dem Investor machen.

Wie Fischer mitteilt, seien die Räume bereits anderweitig vergeben worden. Diese Vorgehensweise des Investors wirft Fragen auf. Fragen nach der Zuverlässigkeit.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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