Wirtschaft

DRK-Teams testen: Schnelle Gewissheit dank „Fasttrack“

Harburger Rotes Kreuz unterstützt Hamburger Gesundheitsbehörde bei Corona-Tests – Senatorin Prüfer-Storcks lobt gute Kooperation

Harburg. Wer bei Polizei oder Feuerwehr, im Krankenhaus oder in einem anderen „systemrelevanten“ Tätigkeitsfeld arbeitet, muss bei auftretenden Symptomen schnell Klarheit haben, ob eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus vorliegt oder nicht. Um speziell diese Gruppe von „Verdachtsfällen“ kümmert sich auf Initiative der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz das Harburger Rote Kreuz: Bis zu sechs mobile Teams sind an sieben Tagen in der Woche in ganz Hamburg unterwegs, um Corona-Testungen durchzuführen. Ein weiteres Einsatzgebiet der DRK-Kräfte sind Senioren- und Pflegeeinrichtungen.

Über den „Fasttrack“, die schnelle Beprobung, wird von Mitarbeitenden des DRK am gleichen Tag ein Corona-Abstrich vorgenommen, die Probe ins Labor gebracht und im Idealfall auch sofort ausgewertet. Je nach Ergebnis können die Getesteten dann entweder am Arbeitsplatz erscheinen oder müssen in Quarantäne bleiben. Die Teams bestehen aus je zwei Kolleginnen und Kollegen des Roten Kreuzes, die wochentags in sechs, am Wochenende in vier Schichten zwischen 8 und 18 Uhr im Einsatz sind. Die Testungen finden auf Anforderung der Arbeitgeber statt.

Im März waren vier Test-Teams mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen DRK-Kräften in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Hamburg-Harburg gestartet. „Ich bin froh, dass wir schnell unterstützen konnten, nachdem es uns gelungen ist, gleich zu Beginn der Corona-Pandemie praktisch von heute auf morgen Teams mit entsprechender Schutzausrüstung aufzustellen. Das große Engagement unserer hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen beeindruckt mich in diesen Wochen einmal mehr zutiefst“, erklärt Harald Krüger, Vorstand DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg e.V.. Ausreichend Vollschutzanzüge sowie Gesichtsmasken mit hohem Schutzfaktor für die Helfer zu bekommen, war zu Beginn der Krise die größere Herausforderung. „Zeitweise waren zwei Mitarbeiter nur mit der Beschaffung beschäftigt, zu Preisen, die mitunter um das Zwanzigfache gestiegen waren“, blickt DRK-Vorstand Krüger zurück.

Seit Mitte April testen sechs DRK-Teams auf Initiative der Gesundheitsbehörde nun im gesamten Hamburger Stadtgebiet. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bedankte sich bereits schriftlich beim DRK Hamburg-Harburg für den engagierten Einsatz und die gute Zusammenarbeit: „Sie machen es möglich, dass Beschäftigte beispielsweise der Polizei, Schulen, Kitas oder medizinischer Einrichtungen unserer Stadt schon nach fünf Tagen symptomfreier Quarantäne getestet werden und bei negativer Testung ihre versorgungsrelevante Arbeit frühzeitig wieder aufnehmen können. Damit sind Sie es, die zu einem großen Teil den Betrieb unserer Stadt sicherstellen.“ Ähnlich äußerte sich auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschenscher bereits in einer Regierungserklärung vom 22. April.

Wichtige Unterstützung leisten die DRK-Kräfte außerdem, indem sie Abstriche bei Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern sowie Pflegekräften vornehmen. „Täglich können auf diese Weise rund 600 Tests in insgesamt fünf bis sechs Pflegeheimen vorgenommen werden“, erklärt Prüfer-Storcks. „Damit werden die Pflegeheime dabei unterstützt, die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Pflegebedürftigen und des Personals gezielt umsetzen zu können.“ Die Senatorin bedankte sich für „unermüdlichen persönlichen Einsatz, Ihr Zusammenstehen auch in schwierigen und belastenden Situationen im Job-Alltag und dafür, dass Sie mit viel Tatkraft und Herzblut jeden Tag wieder aufs Neue dabei sind.“

Das DRK unterstützt Menschen in der Corona-Zeit durch zahlreiche weitere Angebote. Dazu zählt die weiterhin geöffnete Obdachlosenunterkunft Harburg-Huus ebenso wie die Kontaktvermittlung zwischen hilfesuchenden und hilfsbereiten Mitbürgerinnen und Mitbürgern (über die Internetseite hilfe.drk-hamburg.de oderper E-Mail an hilfe@drk-harburg.hamburg.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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