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No-Stalking App: Stalkingopfer loben die einfache Handhabung

Landkreis. Nach wissenschaftlichen Studien werden 12 Prozent der Bevölkerung Deutschlands mindestens einmal in ihrem Leben zum Stalkingopfer. Jeder achte Bürger ist somit betroffen. Da sich das Tatgeschehen jedoch überwiegend im Verborgenen abspielt, ist von einer weitaus höheren Dunkelziffer der Opfer auszugehen. Die Mehrzahl der Stalkingopfer sind Frauen. In achtzig Prozent der Taten handelt es sich bei den Stalkern um ehemalige Lebenspartner, aber auch Arbeitskollegen, Freunde oder andere Bekannte können zum Täter werden. Nur in wenigen Fällen kennen die Opfer ihre Stalker nicht. 

Der Gesetzgeber hat im Jahr 2007 im § 238 Strafgesetzbuch unter der Überschrift „Nachstellung“ das strafrechtlich relevante Verhalten des Täters konkret festgelegt. Es kommt hier insbesondere darauf an, dass die Lebensgestaltung des Opfers durch das beharrliche Vorgehen des Täters schwerwiegend beeinträchtigt wird. Das Stalking ist mithin zum alles beherrschende Thema in seinem Leben geworden. Denken, Fühlen, Handeln, das ganze Leben wird von Angst und Unsicherheit bestimmt. Stalking bedeutet aber nicht „nur“ Nachstellung, sondern häufig werden durch den Täter zugleich weitere strafbare Handlungen wie beispielsweise Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung oder auch üble Nachrede sowie Verleumdung begangen. 

Stalkingopfer haben durchaus die Möglichkeit, dem Täter Einhalt zu gebieten sowie ein klares und eindeutiges Stoppsignal zu setzen. In akuten und bedrohlichen Situationen darf das Opfer nicht zögern, schnellstmöglich die Polizei unter 110 zu rufen und eine Anzeige erstatten. Häufig wirkt dieses schnelle und konsequente Vorgehen der Polizei und der Täter stellt sein Handeln daraufhin ein. Aber nicht immer kommt es aus den unterschiedlichsten Gründen zu einem Polizeieinsatz. In allen Phasen des Stalkinggeschehens ist es für das Opfer hilfreich, sich aus seiner Isolation zu befreien und sich vertrauten Personen zu öffnen. Je früher das Opfer sich Hilfe sucht, desto eher kann das perfide Geschehen beendet werden. In vielen Fällen können die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WEISSEN RINGS dem Stalkingopfer neben dem persönlichen Gespräch konkrete Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten wie beispielsweise eine Beratung durch einen frei zu wählenden Fachanwalt für Strafrecht oder einen frei zu wählenden Psychologen anbieten. 

Der Erfolg der Erstattung einer Strafanzeige ist insbesondere von der Beweislage abhängig. Vorhandene Foto-, Video- oder Audioaufnahmen, die das Tatgeschehen eindeutig belegen, sind neben persönlichen Zeugen eine wesentliche Grundlage für eine spätere rechtskräftige Verurteilung. Früher wurde den Betroffenen von Polizei und WEISSEM RING geraten, ein „Stalkingtagebuch“ zu führen. In ihm dokumentierte das Opfer dann möglichst zeitnah und konkret das Verhalten des Täters. Leider kam diese Methode in manchen Situationen schnell an ihre Grenzen, denn die Eintragungen waren u. a. abhängig von der psychischen Situation des Opfers sowie von dessen Fähigkeit das Verhalten konkret zu beschreiben. Mit der No-Stalking App gelingt die heutige Beweisführung.

Opfer von Stalking oder anderer Straftaten, die Hilfe sowie Unterstützung benötigen, können sich unter der bundesweiten und kostenfreien Notruf- nummer an den WEISSEN RING wenden: Tel.: 116 006 

Speziell im Landkreis Harburg stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hiesigen Außenstelle mit Rat und Tat zur Verfügung. Wir sind wie folgt erreichbar:  Tel.: 0151 / 551 647 33; Mail: karl-heinz.langner.wr@ewe.net 

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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