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Bei Wespen und Hornissen Ruhe bewahren

Landkreis Harburg. Mit den sonnigen und warmen Tagen kommen auch die Wespen und Hornissen: Gern schwirren sie auf die Terrasse, lassen sich den Sonntagskuchen ebenso schmecken wie das Wurstbrot. Da heißt es: Aufpassen. Doch so lästig die gelb-schwarzen Insekten vielen scheinen, so nützlich sind sie auch für die Bestäubung der Blüten. Wenn die Wespen aber nicht nur zur Stippvisite im heimischen Garten erscheinen, sondern sich vielleicht noch am Gartenhaus oder am Sitzplatz häuslich niederlassen, sind viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert.

„Hilfe, wir haben ein Wespennest.“ Mit diesen oder ähnlichen Hilferufen wenden sich Bürgerinnen und Bürger im Sommer fast täglich an Behörden, Feuerwehren, an die Polizei oder an Rettungsleitstellen. Was viele nicht wissen: Hummeln, Hornissen und andere Wespenarten stehen unter besonderem gesetzlichen Schutz und dürfen nicht verletzt oder gefangen werden. Die Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg hat deshalb ein Netzwerk von ehrenamtlichen Beratern eingerichtet, die kompetent ihre Hilfe anbieten und Tipps für den richtigen Umgang mit den gestreiften Fliegern geben.

Bei Problemen mit Wespen und Hornissen stehen neun ehrenamtliche Experten des Beraternetzes zur Verfügung. Sie führen überwiegend Telefonberatungen durch, falls erforderlich beraten sie auch vor Ort. Stellt das Nest tatsächlich eine Gefahr dar, sind die Berater dazu ausgebildet, diese art- und fachgerecht umzusiedeln.

Die Berater übernehmen wichtige Aufgaben. In erster Linie klären sie die Bevölkerung über die Lebensgewohnheiten dieser oft verkannten Wildtiere auf. Sie informieren über das richtige Verhalten gegenüber Wespen, Hornissen & Co und bauen Vorurteile ab. So wird mehr Verständnis für die Tiere geweckt, die zahlreiche andere Insekten fernhalten, und die unnötige Zerstörung von Nestern verhindert. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass der Großteil der Fälle mit Information, Aufklärung und Beratung der Bürger gelöst werden kann.

Gut zu wissen: Wespen und Hornissen bleiben nur für ein Jahr in ihrem Nest. Viele Probleme mit den kleinen Insekten lösen sich daher schon praktisch von allein. Außerdem ist es hilfreich, zu Beginn des Sommers den Garten nach Hinweisen auf eine mögliche Ansiedlung abzusuchen. Gerade unter Vordächern, im Gartenschuppen oder versteckt im Klettergerüst siedeln sich Wespen und Hornissen gern an. Die betroffene Stelle kann mit einem Wasser-Spülmittel-Gemisch benetzt werden und wird dann in den meisten Fällen von den Tieren gemieden. Alternativ funktionieren auch Essigessenz, Nelken- oder Zitronenöl. Der Zugang zu den anfänglichen Nestbauen kann aber auch einfach verschlossen werden. Wer beispielsweise eine Hornissenkönigin beim Nestbau beobachtet, kann versuchen, dass die Königin keinen Zugang mehr zu der Stelle hat, damit sie sich einen anderen Standort sucht.

Wespen und Hornissen sind von Natur aus nicht aggressiv, sondern stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher gilt: Vermeiden Sie in jedem Fall schnelle, unkontrollierte Bewegungen und das Anpusten der Tiere.

Die telefonischen Beratungen sind kostenlos. Lediglich für Beratungen vor Ort und die Umsiedlung des Nestes wird eine Gebühr erhoben. Die Kosten für die Umsiedlung eines Wespen- bzw. Hornissennestes belaufen sich auf 70 Euro und gegebenenfalls Materialkosten. Bei Ortsterminen fallen zusätzlich noch Fahrtkosten an. 

Die Berater stehen mit Informationen gerne zur Verfügung. Die Telefonnummer des für den jeweiligen Ort zuständigen Beraters ist bei der Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg, Telefon 04171-693 296, im Internet unter www.landkreis-harburg.de, Stichwort „Hornissen- und Wespenberatung“, sowie bei den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden zu erfahren.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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