Hamburg

Liebe macht vergesslich – Tätowierer vergisst Koffer mit Tattoo-Utensilien im ICE

Hamburg. Ein der Liebe wegen zwischen dem Harz und Kiel pendelnder Tätowierer sprach im Hamburger Hauptbahnhof Bundespolizisten an und meldete seinen Koffer, der Tätowier-Utensilien im Wert von 10.000 Euro enthielt, als verloren. Die Beamten fanden den Koffer in einem ausgesetzten ICE in einem Hamburger Betriebsbahnhof. Der Mann war zuvor mit diesem Zug nach Hamburg gefahren.

Am 13.05.2020 gegen 20:30 Uhr sprach ein 35-jähriger deutscher Staatsangehöriger Bundespolizisten im Hamburger Hauptbahnhof sichtlich aufgeregt an und erklärte, dass er eben mit dem ICE in Hamburg angekommen sei und dass er seinen Koffer verloren habe. In diesem Koffer befände sich sozusagen seine „Lebensgrundlage“, denn er sei Tätowierer und all die Dinge, die er zur Ausübung seines Berufes benötigen würde, wären in diesem Koffer. Hierzu zählten u.a. Maschinen, Skizzen und weitere Utensilien, die ihn zum Teil von Beginn seiner professionellen Karriere an begleiten würden. Auf die Frage hin, wieso er denn all diese Sachen mit sich transportiere, gab er an, dass er ein Tattoo-Studio in Kiel betreibe, aber der Liebe wegen zwischen Kiel und Nordhausen im Harz pendeln würde.

Die Beamten der Bundespolizeiinspektion Hamburg versprachen dem Mann, ihn im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Suche nach seinem Koffer zu unterstützen. Eine Auswertung der Videoüberwachungsanlage ergab, dass der Mann bereits ohne Koffer den ICE 786 im Hamburger Hauptbahnhof verlassen hatte, so dass er augenscheinlich bereits im Zug vergessen worden war. Nach einigen Telefonaten wussten die Beamten, dass der Zug in Altona ausgesetzt und in einem Hamburger Betriebsbahnhof abgestellt worden war. Eine Streife der Bundespolizei begab sich zu dem Betriebsbahnhof und lief den Zug ab. Tatsächlich konnten die Beamten den Koffer mit dem vom Verlierer beschriebenen Inhalt finden.

Im Bundespolizeirevier Hamburg-Hauptbahnhof wartete der Eigentümer seines Koffers nervös auf seine „Lebensgrundlage“. Überglücklich stellte er fest, dass noch alles vorhanden war, so dass der Ausübung seiner zum Beruf gemachten Leidenschaft weiterhin mit den ihm vertrauten Utensilien, deren Wert er auf ca. 10.000 Euro bezifferte, nichts im Wege steht. Der Fund seines Koffers sei sein schönstes -nachträgliches- Geburtstagsgeschenk, so gab er an, woraufhin die Bundespolizisten unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln dem Mann, der einen Tag zuvor seinen Geburtstag gefeiert hatte, gratulierten.

Zeige mehr
AnzeigeRestaurant Scharf Giovanni L. Neugraben entdecken Belegprofis Princess to Bride Asien SBay

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ähnliche Artikel

Kommentar verfassen

Schaue auch dies
Close
Back to top button
Close
Close
X
X