Hamburg

Mehr Sozialwohnungen: Hamburg ist Spitzenreiter beim geförderten Wohnungsbau

Hamburg. Mit 192 bewilligten öffentlich geförderten Mietwohnungen pro 100.000 Einwohnern steht Hamburg im Berichtsjahr 2019 erneut mit großem Abstand an der Spitze aller Länder. Der Wert entspricht – trotz wachsender Einwohnerzahl – einer Steigerung von rund 18 % im Vergleich zum Vorjahreswert von 163 Wohnungen pro 100.000 Einwohnern. Bezogen auf die Einwohnerzahl steht Bremen an zweiter Stelle mit 72 öffentlich geförderten Wohnungen pro 100.000 Einwohnern im vergangenen Jahr.

Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Deutschlandweit sind 2019 25.565 öffentlich geförderte Mietwohnungen bewilligt worden, in Hamburg 3.551. Das ist ein beachtlicher Anteil. Wir setzen alles daran, Hamburg als ‚Stadt für Alle‘ zu erhalten. Bezahlbares Wohnen ist eine zentrale Voraussetzung dafür. Darum lassen wir in unseren Anstrengungen nicht nach: Der Senat stellt auch in diesem Jahr fast 300 Millionen Euro zur Schaffung von Wohnraum für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen zur Verfügung.“

Für 2020 setzt der Hamburger Senat ein ebenso umfangreiches Programm für den geförderten Wohnungsbau an wie 2019, womit in diesem Jahr wieder mindestens 3.000 Mietwohnungen im Neubau gefördert werden können. Die 2019 verlängerte Mindestbindungszeit von 15 auf 20 Jahre ist gut angenommen worden, Förderungen für 1.582 Wohnungen konnten sogar mit 30-jährigen Bindungen versehen werden.

Doch es gibt auch Kritik: So wendet die Linke-Fraktion ein, dass der oft propagierte Drittelmix nicht eingehalten wurde. Demnach sollten mindestens ein Drittel der neu gebauten Wohnungen gefördert werden. „In Baugenehmigungen lässt sich nicht wohnen, bundesweite Vergleiche beseitigen nicht die Wohnungsmisere“, erklärt Heike Sudmann (Die Linke). „In Hamburg fehlen seit Jahren zehntausende Sozialwohnungen. Und angesichts der durch die Corona-Krise rapide wachsenden Zahlen bei Kurzarbeit und Erwerbslosigkeit wird der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum drastisch steigen. Den aber der Senat mit seiner Politik nicht ansatzweise auffangen wird.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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